Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1858)
- Article
- Noch ein Wort zur jüdischen Schulfrage
- Date
- 1858-06-01
- Page
- 481 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Noch «in Wort zur jüdischen Schulsraze, 481' •ערוך. §abe״, daß der Eine bald ans diese, der Andere auf jene Vorschrift größeres oder geringeres Gewicht legen könne, daß Zeitrichtungen ganze Massen treiben können, bald hierin, bald dorthin den Schwerpunkt des Judenthums zu legen, ohne daß das Wesen des Judenthums davon berührt wird, sobald der Schwerpunkt nur im Judenthum wirklich liegt, das hat unsrer Meinung nach nicht wenig dazu beigctragen, dasselbe in seiner Totalität durch alle Zeiten und für alle Zeiten zu erhalten. Es ist ein sehr natürlicher Grund, der den Lehrer leicht verführt in jenen Fehler zu verfallen. Es ist nämlich ein ganz natür-! liches Bestreben des denkenden Menschen, seine Handlungen mit! seinem Denken und Fühlen in Einklang zu bringen. Je consequenter er handelt, je mehr er denkt, je glücklicher er combinirt, desto mehr gestaltet stch bei ihm Handlung und Denken zu einem System. Namentlich nun beim Judenthuni, wo das System sich fortwährend zu äußern hat, wird in den Augen Handelnder und Denkender die Idee eins mit der Handlung; mit der Idee fällt für ih'n auch das System; dabet vergißt er aber zu leicht, daß das nur für ihn, für ihn allein der Fall ist, daß bei tausend Andern gerade das Gegentheil eintreten würde. Denken wir uns einen Lehrer, dessen Geistcsrichtung vorzugsweise dem Gemüthe zugewandt ist, der fast nur mit dem Gemüthe lebt, ja wie wir das häufig finden, schließlich mit dem Gemüthe denkt. Es sind das die herrlichsten, besten, oft geistvollsten Menschen, die, wenn sie Letzteres in der That sind, sehr häufig in ihren Geistescombinationen das:Richtige treffen, aber — sie mögen noch so sehr von der Absicht ausgehen sich objektiv zu. verhalten und die Dinge zu stch reden zu lassen, sie mögen uns tausendmal versichern, daß sie das thun — wir zweifeln nicht, daß sie das wirklich glauben, aber sic sehen selbst es nicht ein, wie sich unter ihrer Geistesarbeit Alles nach der einen Richtung hin geformt hat, wir können uns eines gewissem Lächelns nicht erwehren, wenn solche Männer, znm Beweise für ihre totale Unabhängigkeit von ihrem eigenen Ich. —■ uns in die Werkstatt ihres Geistes führen, uns den eisernen Amboß und den eisernen Hammer und das hölzerne Rad und den freien ungezwungenen Bach zeigen, die das ganze Werk treiben. , Das ist alles ganz wahr, aber wir sehen durch die Fenster ihre Geistessonne scheinen, der den schwarzen Amboß rvth'