Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1858)
- Article
- Grundlinien der jüdischen Symbolik
- Date
- 1858-06-01
- Page
- 465 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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IT. Mlah. 465 es das Erkennungs- und Erinnerungszeichen sein soll, tn engster Un- Mittelbarkeit dar. Gott verheißt uns die reichste Blüthe unseres sinnlichen hiniedigen Daseins unter der einen Bedingung, daß wir dieses sinnliche Dasein nicht ערלה, nicht sich selbst zur unbegrenzten, unkontrollirten, ausschweifenden Entwickelung iiberlasieu, sondern die ganze sinnliche Seite unseres hiniedigen Daseins mit all ihren Trteden und Kräften, all ihren Güter» und Genüssen unter die cntschiedene Kontrolle (מילה) seines heiligen Willens bringen. In seinem Aufträge die ערלה unseres sinnlichen Leibes zu beschneiden, das setzt dieses Zeichen als erste unerläßlichste Bedingung unseres ganzen Bündnisses mit Gott. Nicht die Weihe des Geistes, die Weihe des Leibes steht an der Pforte des Abrahamsbundes, eines Bundes, der der Lüge nach beiden Seiten mit Entschiedenheit entgegentritt, der nichts weiß von einer satanische» Gewalt des Bosen über den Men-! scheu, nichts weiß von einem Fluche der Vernichtung, dem das irdische Dasein verfallen wäre, nichts weiß von einer Tvdtung des! Fleisches um das jenseitige Leben zu gewinnen, und eben so wenig weiß von einer Vergötterung der Fleischeslust, von einem Kultus! der ״schönen" Sinnlichkeit, von einem Centaurendogma, das den Men-! scheu mit seinem Leibe im Pfuhle der Sinnlichkeit baden und mit seinem Geiste sich spekulativ zu den Sternen erheben läßt — — חמיס ,חמים ,חמים, steht auf dem großen Jnsiegel des göttlichen Bundes, der unser ganzes Wesen fordert, der zu uns spricht: nicht nur euer Geist, euer Leib sei mein, der in demselben Augenblick die Kontrvllirung der leiblichen Sinnlichkeit von uns fordert, tn welchem er die höchste Blüthe des sinnlichen Daseins verheißt, der tn demselben Augenblick die höchste Blüthe des sinnlichen Daseins verheißt in welchem er die Kontrvllirung der leiblichsten Sinnlichkeit von uns fordert, der seine Bekenner nicht auf eine jenseitige Seligkeit vcrtröstet, sondern ihnen ein paradiesisches Aufblühen ihres ganzen trdischen Daseins verspricht und dafür — wie einst den ersten Bewohnern eines irdischen Paradieses — nur die eine Bedingung, die Kontrollirung des Sinnlichen, מילה, setzt. Als wir uns (oben 2, Ende) zur Ermittelung der Bedeutung des Symbols der Beschneidung rüsteten,!sagten wir uns, nach dem Zusammenhänge, in welchem dieses Zcichcu zu den beiden Seiten des göttlichen Abrahamsbundes auftritt,!könne diese Bedeutung weder tn dem Gebiete des Sittlichen, noch