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Jeschurun · 1858-06-01 · Heft 9 (Juni 1858) · p. 460

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 9 (Juni 1858)
Article
Grundlinien der jüdischen Symbolik
Date
1858-06-01
Page
460 (sequence 11)
Language
German
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460 Grundlinien ettm׳ jüdischen Symbolik. der Vorhaut nur מול und muß dieser Ausdruck für diese Handlung um so charakteristischer sein, da er für sonstiges Abschneiden und Beschneiden kaum gebräuchlich ist. In sonstiger Bedeutung erscheint die Radix מול nur als Partikel in מול, gegen, gegenüber, entgegen. Wir vermuthen, daß auch die Verbalsorm אמילם in Ps. 118 hiervon abgeleitet sei und המיל entgegentreten heiße: ״Alle Volker hatten mich umringt, und mit dem Namen Gott war's, daß ich ihnen entgegentrat." Wenn nun von diesem Grundbegriff des Gegenüberseins, des Entgegentretens die Bezeichnung eines ״Schneidens" abgeleitet ist, so kann eben damit nur ein Schneiden zu einem bestimmten Zweck gemeint sein, und dieser Zweck muß im מול liegen. Während näm-!ich כרס allgemein ein jedes Schneiden, sei es zur Trennung und Entfernung des Abgeschntttenen oder zu Benutzung desselben oder zur Vernichtung des Durchgeschnittenen bezeichnet!ואח אשריו תכרתו לכרת לו ארזים — כרת זלזלים , נכרתו מימי הירדן — kann מול nur ein solches Schneiden bezeichnen, wodurch dem Gegenstand, von welchem etwas abgeschnitten wird, entgezengetreten werden, wodurch er nicht vernichtet, wohl aber beschrankt und in seinen Richtungen begränzt werden soll. Bevor wir uns nun nach dem etwaigen metaphorischen Gebrauch Umsehen, der von dem Ausdruck מול gemacht wird, betrachten wir auch seinen Gegensatz: b. ערלה in seiner sprachlichen Bedeutung. Vergleichen wir:!3) יהיה לכם ערלים לא י:אכל־־ BM. 19 23). הנה ערלה אזנם (Jerem. 6,19). 3) או אז יכנע לבכם הערל BM. 26, 41). 2) ערל שפתים BM. 6, 12 «. 30). ערל לב (Jechesk. 44, 9). שחה גם אחה והערל (Habak. 2, 16), so bezeichnet ערל den Zustand, in welchem Etwas dem freien Gebrauch des Menschen entzogen ist, in welchem der Mensch die ihm gebührende freie Herrschaft über gewisse Objekte — insbesondere über seine Organe und Sinne — zu üben verhindert ist. Die Bäume der ersten drei Jahre heißen ערלים in so fern ihre Früchte nicht nnr nicht gegessen, sondern überhaupt dem Gebrauch des Menschen entzogen sind, und ihre Frucht heißt ערלה. Das Ohr, die Lippe heißt ערל, wenn diese Organe sich der ihrer Bestimmung

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