Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1858)
- Article
- Grundlinien der jüdischen Symbolik
- Date
- 1858-06-01
- Page
- 455 (sequence 6)
- Language
- German
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IV. Milah. 455 mit Gott und der Hörigkeit an Gott entziehen. So steht die Anforderung: חמים חהיה עם ד׳ V. 18, 13. an der Spitze der Warnung vor jeglichem Hangen an zeitenwählendem Aberglauben und Zauber. Bewußt oder unbewußt setzt ein jeder solcher Aberglauben den Wahn voraus, als gäbe es irgend eine Beziehung unseres Wesens, die der unmittelbaren Wallung und Fürsorge Gottes entzogen, dem Walten und dem Einfluß einer andern Macht unterstehe. Aber auch da, wo חם und חמים als Charakterbezeichnung absolut steht, wie יורע ר׳ ימי חמימים ,יעקב איש חמם ist wohl eine ähnliche relative Beziehung zu verstehen. Es bezeichnet den Mann, der mit asten Theilen seines Wesens und in allen seinen Beziehungen seiner Besttmmung angehvrt, seiner Bestimmung entspricht. In dem Wesen des חם und חמים gibts keine Gegensätze, alle seine Theile und Beztehungen gehorchen Einer Richtung, sind von Einem Principe beherrscht. Es ist die vollendete Harmonie des Wesens, in welchem alles zusammenstimmt und jeder leisesten Fuge der Stempel des Ganzen ausgeprägt ist. In so fern bildet רע und רשע, das Gebrochene und dem Sturm der Leidenschaften Verfallene, seinen Gegensatz. Jnsbesondere steht aber חמים gerne in Verbindung mit ״ihn und תמימי דרך ,ויחן חמים דרכי ,הולך חמים ,ררך, und ist somit mehr eine Charakterbezeichnung des individuellen menschlich sittlichen Strebens, des sittlichen ״Wandels״, als der menschen-gcscllschaftlichen Handlungsweise in Beziehung zum Nebeumenschen. Denn הלוך ,דדך, bezeichnet die Bewegung nach einem Ziele, das Erstreben von Gütern und Zwecken, und חמים ררך ist Derjenige, der in seiner Leb- und Strebweise alle seine Triebe, Neigungen und Kräfte dem Einen Principe des Reinen und Guten unterordnet und nur solche Güter und Zwecke erstrebt, die Gott billigt. In sofern bildet הולך חמים die eine Seite der vom Menschen zu losenden Aufgabe und מועל!ירק die andere (Psalm 15.), und Noah war צריק im Gegensatz zu dem המם, der Gewaltthätigkcit, die in seiner Zeit die bürgerliche Gesellschaft erfüllte, und חמים war er im Gegensatz zu dem השחתת דדך, zu der Sittenverderbniß, in welcher seine Zeit zu Grunde ging. Wenn daher hier an Abram die Anforderung erging: führe dich vor meinem Angesicht und sei ganz, sei חמים, so kann entweder die zweite Hälfte der Anforderung eine Ergänzung der ersten Hälfte bilden und die Forderung stellen, sei ganz in diesem Wandel vor öv!