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Jeschurun · 1858-06-01 · Heft 9 (Juni 1858) · p. 446

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 9 (Juni 1858)
Article
Siwan
Date
1858-06-01
Page
446 (sequence 8)
Language
German
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446 Stwan. liote? Und wie mus! nun der jüdische ״Geistliche", der den Ansichten, den ״Ueberzeugungen" seiner Gemeinde, aufrichtig gesprochen, den Anforderungen des gesellschaftlichen Lebens Rechnung tragen will, wie muß er dieses Gebot mit jesuitischen Vorbehalten ausstatten, welch künstlichen Manipulationen mit ״Wenn" und ״Aber", ״Freilich" und ״Jedoch" muß er es unterwerfen, bis er dieses Gebot, das nicht weniger als dm Stillstand unseres ganzen arbeitenden und geschäftlichen Lebens von uns für die 24 Sabbathfiunden : fordert, bis er es zu den paar Stunden Tempelandacht mit obligater Predigt und Choralgesang herunterbringt! Wollt ihr euren Katechumenen und Konfirmanden, euren ״andächtigen Zuhörern und Zuhörerinnen" dieselben jesuitischen Vorbehalte und Klauseln, dieselben das Gottesgesetz zur wächsernen Spielpuppe herabwürdtgenden Manipnlationen auch bei dem Verbote des Meineids, das vorrngehtund dem Gebote der Elternehre, den Verboten des Mordes, des Ehebruchs, des Diebstahls, des falschen Zeugnisses, die ihm folgen, gestatten? Und was wollt ihr thun, wenn sie euch in ״heiligster Stunde der Wethe" lediglich die Kunst abgelernt haben, wie man heiligsten, unzweideutigsten Gottes geboten irgend einen Zwickel an dichtet, mit dem man sie, je wie es bequem ist, bei Sette schiebt, wie man sich für heilige Gewissenspflichten das bequemste Ruhekissen mit Rücksicht auf die Anforderungen des Lebens, der Zeit, der Mode, auf wirkliche und eingebildete Lebensbedürfnisse u. s. w. zurechtlegt, wenn sie euch diese Kunst im Stillen abgelerut für Pflichten für die ihr es nicht gemeint, was wollt ihr thun?! Denn, daß Gott, den ihr doch am Schabuothfeste als den Geber der Zehngebote preist, daß Gott das Sabbathgebot und zwar eben in dem Untersagen jeglichen Werkes, etwa weniger ernst als die übrigen Gebote gemeint, das könnt ihr doch im Ernst nicht meinen und auch euere Katechumencn im Ernste nicht glauben. Ihr könnt, bet aller Unkunde des heiligen Textes, die ihr bei ihnen großzieht, ihnen ja doch einmal den Einblick in eine übersetzte Bibel nicht hindern. Und mit höchster diesseitiger und jenseitiger Strafe, mit Stetnigungstod und Extermination lesen sie in ihrer Bibel dir Entweihung des Sabbaths bedroht und von allen andern Todesstrafen finden sie nur zwei im Pentateuch ausgeführt — den Sabbathschänder und Gotteslästerer, — und was hatte der arme Sabbathst sc ׳0 ׳» il n b z׳ il d t׳ d d s ( r £ t t i ( < 1 1

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