Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1858)
- Article
- Siwan
- Date
- 1858-06-01
- Page
- 445 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Stwas. 445 RtngS um ihn stürmend Beben. Wird zum Himmel rufen aus der Höh' Und zur Erde, sein Volk zu richten: ״Sammelt meine Frommen mir, Die meinen Bund beim Opfer schließen!" Und die Himmel verkünden dann sein Recht, Denn Gott ist Richter, Sela. Hör' mein Volk, ich will reden, Israel, ich will zeugen wider dich! Nicht um deine Opfer weis' ich dich zu rechte, Deine Opfer — sind ja ununterbrochen vor mir! Huldigung opfere Gott Und löse dem Höchsten dein Gelübde, Dann ruf mich an am Tage der Noth, Ich rette dich und du ehrest niich. Aber zum Gesetzlosen spricht Gott: Wie ziemt es dir meine Gesetze zu erzählen Und meinen Bund iu deinem Mund zu tragen? Du hassest ja die Fessel Und wirfst meine Worte hinter dich! Merkt doch dies, ihr Gottvergessenen, Daß ich nicht rettungslos vernichte: ״Nur wer Huldigung opfert Ehret mich, Und nur wer darauf seinen Wandel gründet, Den lasse ich schauen das Gottesheil! In der That dürfte sich schwer begreifen lassen, wie in unfern modernen Tempeln am Tage des Gesetzvssenbaruugsfestes auch nur die Zehngebote vorgelesen und auf die Zehngebote die Jugend konfirmirt werden konnte, in diesen Tempel», in welchen nicht die Unterwerfung des Lebens unter das Gesetz, sondern die Accomodation des Gesetzes an das Leben als leitendes Priucip dasteht und selbst die Zehngcbote — im jüdischen Kreise keine höhere Geltung als alle - übrigen Gesetze beanspruchend — nicht ohne jesuitische Reservatio -mentalis als Gottes Gebot gelehrt werden können. Ist nicht das Gebot der Sabbathheiliguug eins dieser Zehnge-