Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1858)
- Article
- Zulika
- Date
- 1858-05-01
- Page
- 409 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Z«M, 409 reizendere Schönheit hat die glühende Sonne Afrikas nicht beschieneu; das schönste Ebenmaß der Glieder, das makelloseste, blendendste Weiß, gekrönt von dem prächtigsten, glänzenden Haarschmuck und nur unterbrochen von dem sanftesten, frischen Roth der Wangen,-in deren Nähe das herrlichste Augenpaar von langen, sammtnen Wimpern umschlossen prangte. Damit vereinigte Znlika einen Hellen, klaren Verstand und das sanfteste anmuthigste Benehmen. Alle diese Vorzüge reizten den Neid der umwohnenden Muselmänner. Es ist Sünde, sagten sie, daß eine solche Perle Eigenthum der Juden ist, Verbrechen dieses Kleinod ihnen zu lassen. Unter dem, von falschen muselmännischen Zeugen bestätigten Vorgeben, Zulika sei Willens zum Islam überzutreten, drangen sie in die friedliche Wohnung ihres Vaters, bemächtigten sich des schönen Mädchens, schleppten es nach Fez, wo sie ihre Beute, eine willkommene, kostbare Gabe, dem Prtnzen-Thrvnfolger, Sohn des marokkanischen Kaisers, zu Füßen legten. Eine solche Schönheit hatte auch sein verwöhntes Auge bis jetzt nicht geschaut; wie geblendet blieb er vor ihr stehen. Hand und Herz, alle Würden einer Kaiserin bot er für ihren Besitz, daran nur die Bedingung knüpfend, seinen Glauben zu bekennen. Ruhig und entschieden, wies sie dieses Anerbieten zurück; vergebens waren alle Ueberredungskünste und Versprechen der Großen des Hofes. Ihre Antwort lautete: Die ganze Welt mit allen ihren Retzen und Gütern ist Nichts gegen Gott und sein heiliges Gesetz. Er ist Herr des Himmels und der Erde, Schöpfer und Meister aller Wesen; seiner Macht Unterthan ist jeder Mensch von seiner Geburt schon, nach seinem Tode noch. Er, der unsere Ahnen aus Egypten erlöst, hat uns zum Träger seines großen Gesetzes gemacht. Diesem Gesetze beuge ich mich; ich bin bereit es mit meinen Tode zu besiegeln und wenn der Herr es fordert, mich willig ihm zum Opfer zu bringen. Wenn ihr mir auch alle Schätze der Welt zu Füßen legt, weiche ich doch keine Spanne Weite von meinem Worte, verfahr mit mir nach eurem Belieben. Der Prinz, der so seinen Antrag zurückgewiesen sah, versuchte nun mit Strenge zu erreichen, was der Ueberredung nicht gelingen