Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 7 (April 1858)
- Article
- Grundlinien einer jüdischen Symbolik
- Date
- 1858-04-01
- Page
- 358 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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358 Grundlinien einer jüdischen Symbolik III. und mit allem Diesen ist der symbolische Charakter unzweidentig ausgesprochen. Zwei silberne Posaunen soll Moschest anfertigen, bestimmte Signale bezeichnen: Berufung der Gemeinde oder Lageraufbruch. Ein gerader Ton mit beide» geblasen, beruft die Gemeinde in allen ihren Gliedern. Ein gerader Ton niit einer ruft die Häupter. Gerader und gleicher Ton combinirt ruft zum Lager - Aufbruch und zum Weiterzug. Im Kriege tont der gebrochene Ton — zu Gott empor, "ונזכרתם" und ״ihr werdet in Erinnerung gebracht vor eurem Gott und euch wird geholfen gegen eure Feinde". An Freud-, Fest- und Neumondstagcn beim Opfer wird mit den Posaunen geblasen ״und dies wird euch לזכרון, zum An denken vor eurem Gotte". Sind diese Signale keine Tonsymbole? Und wenn nun dieselben Tone auf einem andern Instrumente, dem Schofar, imJobeljahre, das geheiligt werden und zur ״freien Heimkehr" alle Bewohner des Landes rufen soll, — wenn sie fahrltch am Feste des ersten Tages des siebten Monats erscheinen, das demzufolge, ״der Tag des gebrochenen Tones", יום תרת!ת, heißt und dessen ganze Aufgabe in זכר־ון תר^ת , in ״Erinnerung, Erwägung, Beherzigung dieser Tone" zusammengefaßt ist, da wären wiederum diese Tone nicht Tonsymbole? Wenn wir ferner am Hüttenfeste Hadar-Frncht, Palm-, Myrthen- und Weiden-Zweigc nehmen und uns vor Gottes Angesicht freuen" sollen, so steht hier offenbar das Nehmen dieser Pflanzen in einer engen Beziehung zu der Freude, als Ursache, Gegenstand, oder Inhalt derselben, das Nehmen der Pflanzen ist demnach ebenso eine symbolische Handlung wie diese Pflanzen selbst symbolischer Ausdruck für diejenigen Objekte sein müssen, an welchen und mit welchen sich die Freude vor Gott betätigen soll. Ebenso wird das Hütten wohnen während des Festes ausdrücklich als Mittel zur Erweckung bestimmter Erinnerungen angeordnet, ihm somit offenbar eine symbolische Bestimmung angewiesen, in dem es heißt: ״I» Hütten sollt ihr sieben Tage wohnen, jeder in Israel Einheimische wohne in Hütten, damit eure Nachkommen es wissen, daß ich Israel in Hütten wohnen ließ als ich sie ans Mizrajims Lande führte".