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Jeschurun · 1858-04-01 · Heft 7 (April 1858) · p. 338

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 7 (April 1858)
Article
Nissan
Date
1858-04-01
Page
338 (sequence 8)
Language
German
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300 9lt jfan. uud Schwäche, von Gesundheit und Siechthum, von Verstand und Beschränktheit, von Aufopferungsfähigkeit und Selbstsucht, von Begierde n»d Selbstbeherrschung, mit allen Erscheinungen der Liebe und der Ehe, der Familie und Gemeinde, der Nationalität und der Humanität, in allen Stufen der Blüthe und des Elends, des Gedeihens und der Verkümmerung, rein aus seiner stofflichen Natur heraus auf dasselbe bestimmte Ztffermaaß der Berechnung und der Nothwendigfeit zu bringen: dann der Mensch, und wenigstens die Menschengesellschaft in ihrer großen Vereinigung, in vollendetem Besitz ihres Schicksals sich befinden werde und mit wenigen Gedankcnzeichen sich nach gegebenem, unfehlbarem Schema all ihr Wohl und Weh nach selbsteigenem Belieben zu construiren werde im Stande sein! Freilich fühlt man sich noch etwas ferne von der ganzen Hohe eines solchen Calculs. Allein die bereits gemachten Errungenschaften stempeln einen jeden Zweifel zu einer Versündigung an der unbegränzten Hoheit des menschlichen Geistes und während man mit Chemie und Physik, mit Physiologie und Pathologie, mit Statistik und Nationalökonomie, mit nationaler und internationaler Politik, mit allen Anstrengungen auf dieses glänzende Ziel aller menschlichen Bestrebungen hinarbettet, anticipirt man den Erfolg bereits als eine über allem Zweifel erhabene Thatsache, und lächelt mitleidig der Einfalt, die sich nicht zur Hohe des Jahrhunderts zu erheben vermag und das Heil des Menschen und der Menschheit noch immer in andern Potenzen suchen zu müssen sich nicht entschlagen zu können vermeint. Mehr als man meint hat bewußt und unbewußt, in größerer und geringerer Schärfe diese Anschauung der Welt und des Menschen die Gemüther der Zeit befangen, und egoistisch materialistische Voraussetzungen bilden die Hauptfaktoren des Calculs, mit welchem der Jüngling seinen Lebenslauf und Cabinette und Kammern das Gemeinwohl der Völker berechnen. Und nun, mitten in dieser Welt, in welcher die Selbsucht Alles entschuldigt, und dieses Selbst nur Materielles sucht, in welcher Gott und Göttliches wenig bedeutet, weder Etwas ist, was zu fürchten, noch Etwas ist, dem Vertrauen zu schenken wäre, in welcher nichts gilt, nichts zählt, was sich nicht in arithmetische oder mathematische Formel gefasst darstellen läßt, tritt das Peßach-Fest mit seiner

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