Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 6 (März 1858)
- Article
- aus Hannover
- Date
- 1858-03-01
- Page
- 324 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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324 DaS Israel. Lehrer-Seminar. lassen, Aeußerungen, die ein gebildeter Lehrer nicht an ABC-Schüler richtet, so kann es ihm gar nicht in den Sinn kommen, anders zu verfallen, wie er handelt; den Seminaristen gänzlich von seinem Familienkreise abzuscheiden. Jeder Mensch aber ist ein Kind der Gesellschaft und Umgang ist ibm so Bedürfnist wie Nahrung. Finden die jungen Leute die Thüren der für sie förderlichen Kreise geschloffen, so suchen sie Gesellschaft, wo sie zu-finden. Daß sie dann nicht immer die beste, gewählteste sein kann, bedarf keiner weiteren Ausführung. Wie es unter so bewandten Umständen um die Erfüllung der religiösen Vorschriften Seitens der Seminaristen steht, darauf müssen di׳: Leiter des Seminars, wollen sie. aufrichtig sein, antworten, sie wissen es nicht. Wir wissen es auch nicht und wir wollen auch nicht fragen, ob die Seminaristen z. B. täglich Thefiltn anlegen, gewissenhaft die Sabbathverbote beachten, die Fasttage halten, das Morgen- und Abendgebet verrichten. Was das letztere an betrifft, so hören wir allerdings, daß z. B. im Winter, wo die Unterrichtsstunden im Seminare in die Zeit fallen, in welcher das Minchagebet zn verrichten ist, der Unterricht nur selten unterbrochen wird, um dieses Gesetz zu erfüllen. Wir wollen uns hierüber indessen für dieses Mal nicht in näheren Details ergehen. Freilich versichert Herr K., daß ״was durch Wort und Rede, durch Ermunterung und Anseuerung, durch Beispiel und Vorbild geschehen könne, geschehe; daß es den Leitern am Herzen Liege, glaubeuStreue Juden zu erziehen". Wir unseres Orts, müssen es Herrn K. überlaffen, diese Behauptung aufrecht zu erhalten׳ Uns ist von all diesem Nichts bekannt. Das Wort und die Rede, die im hiesigen Seminare laut werden, sind nicht geeignet, zur Anfeuerung zu dienen, das Verhalten und Benehmen der Leiter gegen ihre ׳Lebrbesohlenen nicht der Art, um zu ermuntern und was das Beispiel und Vorbild anbelangt, so glauben wir nicht, daß sich die Letter also in die Liebe ihrer Schüler festgesetzt haben, daß sie selber von ihnen als solche angesehen werden. Fassen wir das bisher Gesagte zusammen, so glauben wir die aufgeworfenen Fragen, ob die jungen Leute oas Seminar als gebildete Männer verlassen xmh ob ihnen das Judeuthum wirklich am