Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 6 (März 1858)
- Article
- aus Hannover
- Date
- 1858-03-01
- Page
- 325 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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,Evrrespvndknz aus Harwover 325 Herzen liegt, einfach verneinen zu muffen und sind allerdings der Ansicht, daß der größten Mehrzahl die wirkliche Liebe zur Wissenfehlt, daß sie keine wahre Hinneigung zu ihrem Berufe besitzen und weder begeistert noch durchdrungen sind von der hohen, heiligen Aufgabe unseres Volkes und seiner Lehre. Etwaige Ausnahmen fallen wahrlich nicht der Anstalt zu Gute, denn erfüllt diese wirklich ihre Aufgabe, thut ste ihre Schuldigkeit, schafft sie zur Genüge, gute Volkslehrer zu erziehen?? Wir verkennen keineswegs die Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen und deren hauptsächliche der geringe und ungleichheitige Bildungsgrad der neu aufzunehmenden Schüler ist. Aber in drei bis vier Jahren läßt sich ganz bedeutend mehr erreichen, als erreicht wird. Zum Allcrmindesten konnten doch Herz und Genuith geweckt werden, könnte doch des Anregenden genug geschehen. Aber ״das llrtheil des Landes spricht sich im Allgemeinen günsttg über die Leistungen der Schüler ans". Wir wollen diese Versicherung deS Herrn K. keineswegs in Zweifel ziehen, wollen uns aber nur erlauben, zu prüfen, wie schwer dieses ״Urtheil des LandeS" in der Wagschalc wiegen kan». Ein endgiltiges Urtheil kann nur von dem gefällt werben, der von der zu beurthcilenden Sache hinreichendes Vcrskändniß besitzt und dieselbe von dem richtigen Standpunkte aus ansicht. Die Gemeinden des Landes aber betrachtcn die auf dem Seminare gebildeten Lehrer im Hinblick auf ihre früheren und finden, daß die jungen Leute dann in der That ihren Zöglingen die Kunst des Lesens, Schreibens und Rechnens den auf dem Lande gestellten Anforderungen genügend betbringen; ebenfalls die Uebersetzung der Thefiüa und des Chumesch in rein deutscher Sprache zu gebe» verstehen, während ihre Vorgänge zum großen Thcile ersterc Gegenstände gar nicht und letztere nur im sogenannten polnischen Jargon zu unterrichten verstanden. Daß die Gemeinden dieses als einen erfreulichen Fortschritt ansehen, ist ganz begreiflich. Uebcr den wirklichen llnterrtcht an mtb für sich selbst aber, über ein wirkliches Bcrständniß der heiligen Schrift, über hinreichende Belehrung der Welt- und Erdbeschreibung und dgl. haben sie kein Urtheil und geben auch hierüber?eins ab. Sic freuen sich nur, daß ihre Jugend jetzt gehörig Rechnen, Schreiben und Lesen lernt und hebräische Worte in rein deutsche übertragen kann. Daß 20*