Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 6 (März 1858)
- Article
- Geschichte der Juden
- Date
- 1858-03-01
- Page
- 300 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2932754-2932849-2932856-2942091--03447-2942141- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
300 Geschichte der Juden von vr. Grlitz. Zwölfter Artikel. den Gesprächs mit Recht einen Apostaten מומר, erblickt, wirft ihnen dies als feigen Verratb an der Thorah vor und meint, als ächte Sohne der Thorah müßten sie nicht nur sich für die Erfüllung derselben tobten lassen, sondern einen solche!! Tod freiwillig anfsnchen, sich ihm wenigstens durch keinen Versuch entziehen. Sie aber erwiedertcn: Wir lassen uns tobten, wenn man uns zur Religionsübertretung zwingen will, allein wir stürzen uns nicht mntbwillig in die Gefahr und suchen uns das Leben zu erhalten, so lange es ohne Uebertrctnng des religiösen Gesetzes möglich ist. (Siehe נמוקי יוסף, Baba Kama. C. 10.). Ebenso entstellt giebt der Vcrf. die Stelle Baba Bathra 60 d wieder: 'תניא אמר ר׳ ישמעאל בן אלישע ובו׳ ומיום שפשטה מלכות וכו ונמצא ןרעו אל אברהם אבינו כלה מאליו אלא הנח להם לישראל מוטב שיהו שוגגין ואל יהיו מזיריז Nach dem Verfasser habe R. Jsmael hier gesagt: ״Seitdem das sündhafte Nom harte Gesetze über uns verhängte und uns stört, die religiösen Pflichten zu erfüllen und besonders die Beschneidnng auözuüben, sollten wir eigentlich uns Enthaltsamkeit auflegen, nicht zu heirathen, um keine Kinder zu erzeugen; allein dann würde das Geschlecht Abrabams erlöschen. So ist es besser, zeitweise die Religisnsgesetze zu übertreten, als Erschwerungen eiuzuführen, welche das Volk doch nicht beobachte» kann." Der Verfasser zählt hier schon ונמצא zum Nachsatz, und es gehört doch der ganzen Construktion zufolge noch zum Vordersatz und heißt offenbar — wie es auch alle Commentatoren erklären, wir sollten uns eigentlich nicht verheirathen und so lieber Abrahanis Geschlecht von selbst schwinden als dasselbe durch die Verfolgungen und Religionsstörungen der Römer gewaltsam vernichten lassen. Ebenso unrichtig ist das מוטב שיהיו שונניי u. s. w. wieder gegeben. Es heißt das mit Nichten: Es ist besser, zeitweise die Religtonsgesetze zu übertreten. Sondern es ist besser, daß das Volk aus Unwissenheit thue, was es dennoch nicht lassen würde, wenn wir es ihm auch verbieten und dann mit Bewußtsein unrecht thäir. Es bezieht sich dies offenbar auf das Uurecht, das nachR.Jsmael in solcher Zeit mit den Heirathen geschieht. Eit!e solche Heirath ist aber keine Uebertrelnng eines Reltgivnsgesetzes, sondern lediglich