Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 6 (März 1858)
- Article
- Adar
- Date
- 1858-03-01
- Page
- 284 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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284 Mar. dürften. Mitten in den Glanz des königlichen Hoflebcns wird das Voll nnd darunter, auch die Juden gehoben. Ja, eine Jüdin wird Königin, ein Jude Minister und bis in das innere Mark des königlichen Hof-״ und StaatenlebenS wird den Juden der Blick geöffnet. Was hatten sie da nicht zu lernen! Der persische Staat, in dessen inneres Leben die Megillah uns einen Einblick eröffnet, erscheint dort keineswegs auf niedrigster Stufe staatlicher Entwickelung.׳ Wenn der bei beu königlichen Gastmalern entfaltete geschmackvolle Lurus einen berechtigten Schluß aus einen nicht eben geringen Grad von Verfeinerung und Bildung gestattet, so erscheint der Staat mit seinen Beamten in mannigfacher Abstufung, mit seinen Statthaltereten und seinen nach allen Rtchtungen bin fliegenden Communicattonsmttteln als ein wohl geordnetes Ganze, in welchem keineswegs eine alle nationale Besonderheit verwischende Centralisatton ihren Druck übte, vielmehr jeder Provinz ihre Eigenthümlichkett und Sprache mit schonungsvoller Berechtigung gewährleistet war. Insbesondere tritt woblthuend der Nachdruck hervor, der überall auf ״Dach Wadin", auf ״Gesetz und Recht" gelegt wird, also daß wir bier keineswegs einem unbeschränkten, orientalischen Despotismus begegnen, der Staat vielmehr mit sei. nem geschriebenen ״persisch medischen Landrecht", seinen ״Gesetz- und Rechtskundigen" einerseits, seinen ״Chroniken und zeitkundigeu Chronisten" andererseits, als ein aus historischem Boden sich entwickelnden Rechtsstaat sich ankündigt. Die Persönlichkeit des Ahasweros selbst erscheint auch gar nicht so schlimm geartet. Er erscheint prachtliebend z allein die Völker stehen sich noch immer besser dabei, wenn ihre Fürsten ihren Stolz in Entfaltung einer friedlichen Pracht setzen, als wenn sie den blutgetränkten Lorbeer eines kriegerischen Ruhms anstreben. Er zecht gern; allein er zecht nicht allein; er hat seine Freude daran, nicht nur alle seine Fürsten und Großen mit zechen zu lassen, sondern mit einer nicht eben häufigen Popularität und Menschenfreundlichkett glaubt er nicht ״dem Volke" bereits genug gethan zu haben, wenn er mit seinen Großen an offener Tafel speist und seinem Volke das Vergnügen gönnt, zuznsehen, wie seine Großen