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Jeschurun · 1858-03-01 · Heft 6 (März 1858) · p. 280

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 6 (März 1858)
Article
Adar
Date
1858-03-01
Page
280 (sequence 6)
Language
German
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280 Mar. Siehe, darum gesellt Gott zu den Cherubim seiner Thorah und Mizwotb das in stetem Weckscl flammende Schwcrdt des Leidens, um dem Menschen den Weg zum Baume des Lebenzu bewahren, auf daß während die Lampe seines Gebotes und das Lickt seiner Lehre dem Menschen diesen Weg zeigen, die prüfenden und erziehenden Leiden Seiner Wallung ihn geläutert und gehoben diesen Weg betreten lassen. Das ist die hohe, Leben rettende Bedeutung der Leiden für jeden einzelnen Menschen. Jeder Einzelne von uns ist eine Weltgeschichte der läuternden und erziehenden Führung der göttlichen Waltung und auch für jeden Einzelnen ist jedes ויה׳ , ist Alles, was ihm geworden, was ihm wahrhaft bleibend geworben, nur ein Kind einer schmerz- und prnfungsvollen Vergangenheit. Selten bleibt ihm, was ohne Mühe und ohne Opfer ihm nur so zufäüt, was ihm wird, ohne daß Leiden und Mühsal sein ganzes Wesen erst für die dauernde Vermählung mit diesem Gute entsprechend umwandelt und vorbereitet. Es ist wie die Saat, die der Wind zufällig auf unvorbereiteten, unaufgelockerten Boden streut. Nur in der Oberfläche wurzelt der Keim und vermag kommenden Stürmen nickt zu widerstehen. Was aber unter Schmerz und Opfer errungen wird, wofür der Mensch sein ganzes Wesen eingesetzt, das ist wie die Pflanzung tu tief aufgelockerten Boden; mit jedem Blutestropfen und jeder Nervenregung ist es verschlungen, wurzelt tief in dem Innersten des Menschen und wird des Menschen eigenstes Eigenthum. So gilt auch für den Einzelnen, was die Erfahrung der Weisen aus der Geschichte unserer Gesammtheit lehrt:כל מצוה שנחנו ישראל נפשן עליה מחקיימח בידם, jede Mtzwah, für welche Israels Söhne ihr Leben eingesetzt, hat bei ihnen bleibende Dauer gewonnen, וכל מצות שלא נחנו נפשן עליה עדין מרופפת בידן, jede Mizwah aber, für welche sie nicht ihr Leben eingesetzt, ist noch schwankend in ihren Händen. Was aber von dem Einzelnen gilt, gilt in vollem Maaße von Israel im Ganzen. Aste hohen Güter, die Israels zeitliches und ewiges Erbtheil sein sollen, wurden ihm nur unter Schmerz und Leid gewährt- Unter Schmerz und Leid ward es für Alles vorberettet und unter Schmerz und Leid mit seiner Bestimmung und seinem Heile auf ewig vermählt. Als daher die 70 Jahre des Galuth Babel vorüber waren

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