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Jeschurun · 1858-03-01 · Heft 6 (März 1858) · p. 279

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 6 (März 1858)
Article
Adar
Date
1858-03-01
Page
279 (sequence 5)
Language
German
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ויהי בימי אחשורש 279 nicht dein Zweck, deine Seligkeit werde, daß sie dir nur Mittel werden und bleiben, deinem Gotte in Frieden zu dienen und in deiner ganzen Hingebung an seinen Dienst du deine selige Heiterkeit findest, daß dich die Fülle nicht überwuchere, du nicht ״fett werdest und feist und ausschlagest" und ״stolz dein Herz werde und du sprechest, meine Kraft und meine Macht hat mir diese Hülle alle und diese Fülle bereitet" — und da gäbe es einen andern Weg zum gelobten Lande als durch die Wüste, in der du unter Hunger und Durst, unter Mangel und Entbehrung, unter Noth und Drangsal lernst, daß nur die Adlerflügel des göttlichen Wohlgefallens es sind, die uns tragen, und daß ״nicht nur vom künstlichen Menschenbrode der Mensch sein Leben fristen, sondern von Allem der Mensch leben könne, was Gottes Mund bestimmt"! — Da müßte, wenn Gott ״dich zum guten Lande führen will", Er nicht zuvor dich für dieses gute Land wie ein Vater sein Kind züchtigend erziehen? Allein was nützt der Boden m^seiner Fülle, was das Gesetz mit seinen Geboten! Nicht vor der Kenntniß, vor der Erfüllung flieht der Fluch, die Erfüllung umwandelt die Erde zum Paradiese, und gewinnt das jenseitige Paradies und von der Erkenntntß zu der Erfüllung ist die große, große Kluft. Wohl ist das Gebot eine Leuchte und die Lehre ist das Licht, die unS den Weg zum Olam Habba, den Weg zum diesseitigen und jenseitigen Paradiese, den Weg znm Baume des ewigen Lebens weisen. Allein es steht an diesem Wege auch der falsche Baum der Erkenntntß und es flüstert die Schlange, was bedürft ihr der Weisung von oben, was gut sei und bös, machet doch die Augen auf und seht: was gut ist für den Genuß und eine Lust ist für die Augen und köstlich ist für den Verstand, das -ist daS Gute, und bös ist, was dem widerstrebt; auch die Sinnlichkeit ist göttlich, auch der Verstand ist von oben — so flüstert die Schlange — und — mit der GottcSlampe in Händen und mit dem Gotteslichte vor den Augen wandelt der Mensch den Weg der Sünde und verkauft um den vergänglichen Reiz eines Augenblicks sein hiuiediges und sensetttges Paradies — wenn ihn nicht Gottes väterliche Erziehung durch Leiden und Schmerzen vor den Einflüsterungen der Schlange warnt und, während im Leidenskampfe sein befferes Selbst sich emporrichtet, ihn immer wieder und wieder auf den Weg zum Baume des Lebens zurückführt

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