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Jeschurun · 1858-03-01 · Heft 6 (März 1858) · p. 278

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 6 (März 1858)
Article
Adar
Date
1858-03-01
Page
278 (sequence 4)
Language
German
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278 SJfcat. Moral — und eS erforderte nicht die bloße Erkenntu iß dieses göttlichen Lebensgcsetzes, das so ganz neue Wahrheiten und neue Ansichten von der Welt und dem Menschen und von ihren Beziehimgen zu Gott bringen will, wir meinen, es erforderte nicht selbst schon die bloße wahrhaftige Erkenntniß dieser Gotteslehrc einen ganzen zurückgclegten Weg voller Erfahrungen, die dem Menschen die Binde von den Augen reißen, ihn die Unwahrheit seiner Jrrthümer, die Nichtigkeit seiner Täuschungen einschen lassen, ihm das Göttliche in der Welt und das Göttliche in seinem eigenen Menscheninnern zum Bewußtsein bringen und ihn erst fähig machen, die beseligenden Wahrheiten der Thorah zu verstehen und sich anzueignen? Jede Erfahrung aber, die den geistigen Staar des Menschen heilen und die Binden und Banden zerreißen soll, die seinen Geist und sein Herz gefangen halten, ist schmerzlich; darum ist der Weg zur Erkenntniß der Thorah letdvoll und schmerzvoll; Heil aber dem, dem Gott solche Leiden und Schmerzen glicht erspart, Heil, wen er züchtigt, um ihm aus seiner Thorah die Belehrung zu geben! Und zur Thorah, zu dem Gesetze des Lebens, wollte Gott auch einen Boden, wollte er Güter und Mittel der Erfüllung gewähren, und dieser Boden sollte Erez Jisrael sein, jenes Land, dessen Blüthe und Gedeihen nicht nur von dem Thau und Sonnenschein des Himmels und den Flnthen aus der Tiefe, nicht nur von der Arbeitskraft, dem Fleiße und der rationellen Bewirthschaftung, sondern in erster Linie von der Sittlichkeit und Heiligung, von der Gesetzestreue seiner Wohner bedingt sein sollte. Erez Jisrael sollte Israel werden, in dessen Paradiesesblüthe der Menschheit die Eine Wahrheit vor die Augen gestellt werden sollte, mit welcher die göttltche Offenbarung beginnt und mit welcher sie endet: daß עיקר שכינה בתחתוגים , daß nicht erst jenseits, daß schon hinieden, ja ursprünglich ganz besonders hinieden Gottes Herrlichkeit weilen und ihre Nähe durch Gedeihen und Blüthe aller irdischen Menschenbeziehungen bekunden will nnd bekunden wird, wenn nicht ״die Selbstsucht und nicht die Genußsucht und nicht die Ehrsucht" den Menschen regiert, sondern er nur aus Erden ״den Willen Gottes zu dem seiuigen" mache!: will. Allein diese Blüthe ist bedingt, bedingt dadurch, daß ״wenn du issest und satt bist, du segnest den Herrn deinen Gott", daß die Hülle und die Fülle nicht dein Abgott, die Hülle und die Fülle

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