Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 6 (März 1858)
- Article
- Adar
- Date
- 1858-03-01
- Page
- 277 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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(יהי בימי אחשורש 277 Hunderten, auS denen die endliche Erlösung hervorgehen wird, geht Israel immer nur durch die Wüste zum Sinai und zum gelobten Lande, immer nur durch den Tod zum Leben, immer nur durch Nächte, dunkele Nächte zum Tage. ג׳ מתגוח, drei Güter sagte R. Jochanan, שלש מתוות נחן ה׳ב׳ה לישראל יכלם לא נתנם אלא על ידי יסורין, drei Güter schenkte Gott Israel und jedes gab er ihnen nur vermittelst Leiden. Diese drei Güter -sind: תורה , ארץ ישראל , עולם הבא . Von der תורה heißt eS: glücklich, wen du züchtigst, Gott, um ihn mit deiner Thorah zu belehren. Von ארץ ישראל: denn wie ein Vater seinen Sohn züchtigend erzieht, so züchtigt dich dein Gott! und darauf folgt: denn dein Gott bringet dich zu einem guten Lande. Von עולם הבא: Eine Leuchte ist das Gebot, Licht die Lehre, aber der Weg zum Leben sind Zurechtweisungen durch Zucht, תובהות מומר . Ist dies doch an sich klar. Je größer das Gut ist, das uns werden soll, je herrlicher die Zukunft, der uns Gott entgegen führen will, je großer der Kontrast ist, in welchem sie beide zu den Zuständen und Verhältnissen unserer Gegenwart stehen, um so sicherer ist der Weg zu ihnen nur ein Weg des Leidens, um so tiefer einschneidend müssen die Verhängnisse sein, die uns zuerst loslösen sollen von Allem, was mit der zu erwartenden Zukunft im Widerspruch steht und ebenso das zur größeren Entschiedenheit bervvrbeben sollen, in welchem der Bestand dieses Zukünftigen wurzelt. Die Thorah wollte Gott Israel geben, die Thorah will noch Gott einem Jeden von uns zum eigensten Eigenthum machen. Es ist aber die Thorah kein Credo, dem mit einem paar neun׳. Erkenntnißbegriffeu und einem paar neuen Katechismusbekenuluissen genügt wird; sic ist auch kein blos gottesdienstliches Zubehör zum Leben, das nur die paar Feierstunden und Feiertage auszufüllen bestimmt wäre; es ist die Thorah das volle Lebcusgesetz, daS den ganzen Mensckeu erfassen, das alle seine Begierden, Neigungen, Bedürfnisse, alle seine Empfindungen und Gefühle, alle seine Gedanken und Worte, Genüsse und Handlungen in jedem Augenblicke seines Lebens in Anspruch nehmen, und ihm für alles Dies einen ganz neuen Boden der Entfaltung bringen will; das Prinzip der Thorah, das überall den Gotteswillen und die Gotteseinsicht als Regulativ des Lebens setzt, steht im schärfsten Gegensatz zu allen sonstigen sogenannten Prinzipien der Lebensklugheit und