Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1858)
- Article
- Zur jüdischen Schulfrage
- Date
- 1858-02-01
- Page
- 243 (sequence 10)
- Language
- German
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243 ״ xon Dr. M , HtrH. men Zahlen richtig.. So gehen z. B. sämmtliche Hypothesen davon aus, daß ursprünglich der Erdkorper sich «, flüssigem Zustande berunden habe. Da. seine Oberfläche jetzt erkaltet ist, so fragt eS sich ganz natürlich: wie viel- Zeit war zu einer solchen Abkühlung erforderlich? Netto. 353 Millionen Jahre, antwortet z. B. Herr Professor Bischof in Bonn. Wie gelangte er zu diesem Resultate? Durch Berechnungen aus der Abkühlungszeit einer künstlich geschmolzencn Basaltkugel. Nicht weniger als drei ״»erwiesene Voraussetzungen liegen dieser Behauptung zu Grunde. Einmal, daß der Erdkörper sich überhaupt im flüssigen Zustande befunden habe; zweitens, ßdaß die Wärmeverhältnisse dieselben gewesen wie jetzt und drittens, daß nur physikalische und chemische Kräfte, nicht aber irgend welche andere, z. B. göttliche Kraft, im Anfang thätig gewesen fei -— eine Annahme, die, wie wir sofort zeigen werden, ^cinr selbst und gerade nach der Hypothese völlig ungerechtfertigte ist. Denn 2. gilt freilich, in der Naturwissenschaft wie auch im sonstigen Leben, der Grundsatz, daß man zur Erklärung der Erscheinungen nur natürliche Ursachen zu Hülfe nehmen dürfe. Natürlich , nur so lange die natürlichen Ursache» schon als existirend vorausgesetztswerden dürfen. Wo jedoch nach eben deren Entstehung ge-!fragt wird, da reichen offenbar sie selbst zur Erklärung nicht aus.!Sehen wir z. B. die brillante Theorie Laplacc's, so war unser! ganzes Sonnensystem ursprünglich ein um seine Achse rotirender,!ungeheuerer Gasball, in welchem die Grundstoffe in elastisch - flüssi-! gcm Zustande enthalten waren. Durch bas Uebe,wiegen der Centrifugalüber die Centripctalkraft lösten sich nach und »ach. etnzelne : Theile von dieser Weltmaterie ab, die dann sowohl die Bewegung! in der ursprünglichen Richtung der Ccntrisngalkraft beibehielten) als auch eine Rotationsbewegung annahmen, wie das auch durch den schönen Plateau'schen Versuch mit der Oelkugel anschaulich gemacht wurde. Alles Weitere, bis zur Entstehung der organischen Gebilde, (— sehr natürlich, denn hier reicht man mit den in der tobten Materie wirkenden physikalischen und chemischen Kräften nicht aus — ) wird von dieser geistvollen, den menschlichen Scharfsinn ehrenden, Hypothese auf's Schönste erklärt. Alles einmal zugestan-!den, liegt aber doch die Frage unendlich nahe: wie entstand denn!jener Gasball und wer gab ihm seine Rotationsbewegung? Es ist