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Jeschurun · 1858-02-01 · Heft 5 (Februar 1858) · p. 239

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 5 (Februar 1858)
Article
Zur jüdischen Schulfrage
Date
1858-02-01
Page
239 (sequence 6)
Language
German
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239 sort vr. Kt» Hirsch. - oder igar eine feindselige Stimmung gegen die nichtjüdischen Kreise) in denen die bestrittenen Grundsätze herrschend sind, hervorgerufen werde. — Wir befürchten aber endlich 5) einen entschiedenen sittlichen und intellektuellen Nachtheil. Der Schüler sieht fortwährend den Lehrer Kritik üben und zwar in Beziehung auf Ansichten, die) wie ihm sogleich dabei bemerkt worden, in großen Meisen herrschend sind. Wird nun durch den so häufig hervorgehobenen Gegensatz, in dem er sich zu Anderen befinde, nicht eine gewisse Oppositionösucht) durch die stete Kritik ein Geist des Widerspruchs in ihm erweckt werden? Wird nicht ferner dadurch, daß der Lehrer sich mit ihm über so ״sublime" Gegenstände bespricht und ihn Meinungen Anderer in ächt sokratischer Weise selbst als Verirrungen erkennen läßt, in ihm eine übertriebene hohe Meinung vow seiner Competen'z erzeugt werden, und wir hätten so unsere beste Kraft dazu verwandt, den widerwärtigsten Fehler alles Halbwissens und aller Halbgebildeten, den des selbstzufriedenen Absprechcns und Abnrthcilens über Dinge, die nur zum kleinsten Theil innerhalb ihres Gesichtskreises fallen, in unfern Kindern in schönster Weise zu präfvrmiren! Man wird uns hoffentlich zugestehen, daß wir nicht blind für unsere Idee eingenommen sind und daß wir uns die Hindernisse und Bedenken, ja Gefahren, die eine ungeschickte Ausführung gegen sich haben, resp. mit sich führen würde, weder verhehlen noch gering anschlagen. Jedoch eben nur bei einer nicht entsprechenden Ausführung — wie wir das im Weiteren zu zeigen suchen werden. — Wir erlauben uns nur noch ein sechstes Bedenken anzuführen, das bei Vielen bewußt oder unbewußt vielleicht alle oder doch die meisten übrigeil Hervorrufen möchte, ein Bedenken, das freilich nicht laut, dafür aber mit desto größerer Macht leise ״in des Innern innerstem Innern" zitternd sich also vernehmen läßt: Wir danken Gott, daß unsere Kinder Nichts von Bibelkritik, Nichts von Schöpfungstheoneu wissen, noch von Eichhorn, Vatks und Ewald, daß sie nicht von selbst auf manche vielleicht nur scheinbare Widersprüche und Schwierigkeitcn kommen, und stünde es in unserer Macht, so würden sie nie etwas davon erfahren, — da sollten wir nun selbst ihre Aufmerksamkeit darauf lenken, ihnen selbst das Gift in die Hand geben? Heißt das nicht den Teufel au die Wand malen, spielen

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