Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1858)
- Article
- Zur jüdischen Schulfrage
- Date
- 1858-02-01
- Page
- 238 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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238 Zur jüdischen Schulfrage, H eher in einen Grundriß für ein akademisches Colleg zu gehören scheinen, als in eine Schule,,die von Knaben mit dem löten, von Mädchen mit/zurückgelegtem sechzehnten Jahre verlassen wird. Und dabet wollen wir diese Dinge doch nicht gerade auf die erste Clafse beschränkt wissen!-Vergegenwärtigen wir uns die Einwendüngen und Bedenken, die man nach den herrschenden Ansichten uns von vorn herein entgegengehalten kann. Eine fruchtbare Behandlung derartiger Fragen und in solcher Richtung in unfern Schulen — wird man sagen — ist nicht möglich. Denn ׳ ׳ Erstens sind die Begriffe, deren Behandlung — wie auSdrücklich bemerkt — nicht ans die oberste Klasse beschränkt werden soll, an und für sich zu abstrakt für die Auffassung des Kindes. — 2) Es sind fall durchweg Verhältnisse, die, wenn auch nicht an und für sich dem Kinde unverständlich, doch׳ seinem ganzen geistigen Lehen noch fernliegend sind. Wir begreifen sehr wohl, wie sie das höchste Interesse des entwickelten Verstandes in Anspruch nehmen können, vermögen jedoch nicht abzusehen, wie sich die Aufmerksamkeit eines Kindes für sie in dem Grade gewinnen läßt, daß sie Gegenstände seines Nachdenkens werden — worauf es hier doch ankommt. — Sollte es deßhalb 3) irgend Jemandem dennoch gelingen/ das Zntereffe der Kinder für sie zu gewinnen, so würden wir dies, weit entfernt etwa hierin eine Geschicklichkeit zu erkennen, vielmehr als eine krankhafte Ueberreizung, eine Verbildung betrachten. Die Kinder wären für etwas erwärmt, vielleicht gar begeistert worden, was ihnen" bei einer gesunden, normalen Entwickelung noch ganz fremdartig und fernliegend wäre -יalso vor dem Tribunale der Pädagogik nichts als gewissermaßen eine geistige Verrenkung. — 4) Auch giebt es zu Bedenken Anlaß, daß hier überall die negative Seite, der Gegensatz oder die Verschiedenheit der jüdischen Lehre im Vergleich mit anderen Ansichten aceentuirt wird. Selbst wenn wir mit der Besprechung solcher Fragen in der Schule an und für sich einverstanden wären, so müßten wir doch gegen eine derartige nach den entgegenstehenden Seiten hin polemisirende Be- Handlungsweise uns ganz entschieden erklären. Selbst ganz abgesehn von psychologischen und pädagogischen,Bedenken liegt die Gefahr sehe nahe, daß dadurch in dem Gemüthe der Kinder Geringschätzung