Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1858)
- Article
- Schewat
- Date
- 1858-02-01
- Page
- 231 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2932754-2932849-2932855-2941987--03349-2942035- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
warte». Wo die Noth ruft, da treten Juden zusammen und Helfen. Nur die Thorah, diese geistige Mutter all unserer Humanität und all unserer noch! zu erhoffenden Veredlung und Verherrlichung, liegt sackumhüllt, darbend im Winkel, wagt es gar nicht mehr, ihre bittenden Hände zu ihren Söhnen auszustrecken, ihren Söhnen, die sie gar nicht mehr zu kennen scheinen, die ihre Seufzer nicht hören, die ihre Schmerzen nicht begreifen — Und dieser geistigen Mutter Israels, dieser unserer einzigen Perle, dieses Guts aller Güter, ohne das alle unsere andern Errungenschaften Staub und Asche sind, dieses Duells all unseres künftigen Heils, dieser einzigen, uns von Gott ״angetrauten Braut" soll sich kein Reicher erbarmen? Soll kein Reicher das als ein wahrhaftiges Werk der Rettung der Thorah in unserer Zeit zu stiften sich bewogen fühlen, was tu früherer Zeit so Mancher rein nur als ein Werk der Verherrlichung der Thorah zu vollbringen sich bewogen fühlte? Hoffen wir. Träte man gleichwohl im großen Allgemeinen mit der Frage an uns heran: was können wir thun für die Thorah? Was thun, aus daß wir auch für dieses größte und heiligste Werk der jüdischen Aufgabe unsern Schekel voll und gewichtig zahlen, unsere Pflicht voll und wirksam lösen? So wäre gleichwohl unsere Antwort nicht zuerst: Anstalten gründen! Unsere erste Antwort wäre: Lernen! Erst selbst wieder ״lernen", erst selbst wieder קובע עתים לחורת sein, erst selbst wieder ״Lernen", Thorah-Lernen, als eine nie ganz zu bcseitigrnden, integrirenden Theil des tägliche» Tagewerks aufnehmen,, erst wieder, und wäre es ein kleines, verschwindendes, aber bestimmtes Zetttheilchen dem täglichen Geschäftsleben abbrechen und der Thorah weihen, darin, in der Spende der eigenen Zeit erst den ״Schekel" bethätigen, selbst lernen , Genoflen anregen zum Lernen, daß der Sinn erst wieder lebendig werde, Tag für Tag aus dem Born der göttlichen Gesetzeskunde zu schöpfen, erst selbst wieder lernen, ehe man daran'denkt, Anstalten zu gründen, damit Andere lernen, — das wäre der Gedanke, den wir anregen, den wir zur Verwirklichung bringen mochten, wenn unserer schwachen Stimme eine Kraft der Geltung Urne wohnen würde. Es nützt zuletzt doch Alles nichts. Die besten Anstalten werden nicht aufblühen, Lehrer und Schüler werden