Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1858)
- Article
- Schewat
- Date
- 1858-02-01
- Page
- 229 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Schewät.׳ 229 bestimmten Zeiten zum gemeinschaftlichen. ״Lernen" zusammenkamen, collegialisch abwechselnd der Reihe nach vortrugen. Boche Midrasch, Lokale, die mit vollständigem Bücher - Apparat, Nachts mit Licht, im Winter mit Heitzung versehen, Tags und Nachts offenstanden und von Jedem, ohne Unterschied und nncntgeldlich benutzt werden konnten, um dort dem Studium des göttlichen Gesetzes, dom ״Ler-. neu", obzultcgen. Alles das waren Veranstaltungen, die gxößtentheils von dem allgemeinsten Zusammenwirken und dem regen religiösen Interesse getragen wurden, das dem Allgemeinen für die Pflege der Thorah tnncwohntc. Wohl gab's auch Stiftungen und Vermächtnisse am nicht geringer Zahl und von nicht geringer Bedeutung, und ein Umblick unter den noch vorhandenen zeigt, wie früher der religiöse Sinn und die Freigebigkeit für gute Werke Einzelne solche Summen spenden und so bedeutende Stiftungen für die Pflege derWhorah gründen ließ, wie jetzt zu solchem Zweck schwerlich durch den Aufruf an die allgemeinste Betheiligung zu erlangen sind. Allein alle diese Stiftungen und Vermächtnisse schlossen sich nur dem an, was bereits seinem Wesen nach durch das allgemeine Interesse getragen war, hals dies nur leichter und besser erzielen und vielleicht nur wenige Stiftungen und Vermächtnisse waren es, die als bedeutende Träger des Thorahstudiums in einem Kreise hervorragten. Was wäre nun in unserer Zeit unter unser», inzwischen so ganz veränderten Zuständen für die Pflege der Thorah zu thun? Das, was in früherer Zeit nur von untergeordneterDBedeutung und mehr eine Folge als eine Begründung weitverbreiteter Thorah-- pflege war, die Pflege der Thorah in bcsondern, dafür gegründeten Anstalten, scheinen die Zustände unserer Zeit gebieterisch zu fordcrn. Das allgemeine Interesse ist geschwunden , das jüdische Volk trägt die Thorahkunde nicht mehr; — die mit Meisterschaft zu lehren befähigten Persönlichkeiten sind spärlich gesäet, noch spärlicher dir , die zugleich die Zeit und ihre der Thorah feindlichen Bestrebungen verstehen und die Thorahjünger zur richtigen Würdigung derselben ausznrüsten im Stande sind, sie wollen gesucht, gesammelt, vereinigt fein; — es wollen Veranstaltungen getroffen sein, daß sich um die wenige» Meister von überall her die überall nur in geringer Anzahl vorhandenen lernbegierigen Jünglinge vereinigt sammeln