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Jeschurun · 1858-02-01 · Heft 5 (Februar 1858) · p. 227

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 5 (Februar 1858)
Article
Schewat
Date
1858-02-01
Page
227 (sequence 9)
Language
German
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Gchmst. 227 gewinnen und von Innen heraus ein solches Thorahlebrn sich bei uns entwickeln würde, daß auf Grund eines solchen Bodens und in Mitte eines solchen Lebens jene Befürchtungen von selbst auf mehr als die Hälfte zusammen schwänden. - - Sehen wir. jedoch zuerst, was in früherer Zeit für die Pflege der Thorah geschah. Nicht gerade eben vielen künstlichen Veranstaltungen begegnen wir in früherer Zeit für die Pflege der Thorah. Eigentlich fundirte und festgeregelte Institute, wie wir sie uns heutzutage unter dem Begriff theologischer Seminarien und Akademien denken, gab es wenige, und die wenigen, die es gab, waren nicht eben die besonders hervorragenden Pflanzstätten der Lehre. Nicht auf Anstalten, auf Persönlichkeiten waren die lernbegierigen Jünglinge hingewiesen, und nicht Fundationen und Convikte, sondern unterstützende Vereine und Individuen schafften den Unterhalt der Lehrenden, und Lernenden. Jeder ״Gelehrte", ob angestellt oder nicht, erkannte den Unterricht, die Mittheilnng seines Wissens als erste Pflicht, und da die Wissenschaft der Thorah, wie keine andere sonst, schon an sich auf stete, lebendige Mittheilung, auf Discusston und Ideenaustausch angewiesen ist, so erzeugte schon ohnehin die Pflicht des unablässigen Wetterstudiums selbst für den Hochstbegabten das Bedürfniß, in steter Gemeinschaft mit Genossen oder Schülern weiter zu ״lernen"; da ferner ebenso es für jeden Juden als heilige, an keinen Stand und kein Alter gebundene Pflicht erkannt wurde, sein lebelang in der Kenntniß des göttlichen Gesetzes fortzuschreiten, somit nie aufzuhvren zu lernen und selbst Geschäftsleute, wie nur immer sie konnten, sich ״bestimmte Stunden" fürs ״Lernen" reservirten, so war jeder Jude darauf hingewiesen, sich fürs ״Lernen" an irgend einen Genossen oder Lehrer anzuschlteßen; also daß man im großen Ganzen fast sagen konnte: die ganze jüdische Nation bestand aus Lehrern und Schülern. Wie aber jeder Jude es als seine Pflicht erkannte, zu lernen und — wenn er dazu befähigt war und dazrl arifgefordct wurde — zu lehren, so erkannte cs auch Jeder als seine Pflicht, Lehrende und Lernende, die keinen andern Unterhalt hatten, mit Existenz- Mitteln zu versehen, ja, es ward für die möglichst vollkommene Blüthc der Thorahwissenschaft als nothwcndig und somit als höchst

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