Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1858)
- Article
- Schewat
- Date
- 1858-02-01
- Page
- 226 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Schewat. 226 Wir glauben, daß da, wo ohnehin die ganze Strömung, der Zeit der Unkenntnis und dem Abfall in die Hände eilt, zehn Junglinge, die einmal als Männer vielleicht die erworbene Kenntniß!auf der Seite des Abfalls mißbrauchen, und für die allerdings erwünschter gewesen wäre, sie hätten nie in Bibel und Talmud geblickt, nicht halb so viel wiegen, als Ein Jüngling aus dieser Strömung gerettet, als Ein Jüngling durch gründliche Kcnntniß zum Bewußtsein der Wahrheit und zur that- und opferfreudigen Begeisterung für dieselbe gebracht. Wir glauben, daß, wenn selbst bei einer tüchtigen und möglichst verbreiteten Pflege der Lhorahkenntuiß die Befürchtung eines immer wachsenden Abfalls nicht ganz beseitigt werden kann, diese Gefahr doppelt und dreifach droht, wenn durch noch fernere Vernachlässigung der Thorah, die Unwisienheit noch im Zunchmen gelassen und damit der Verführung und Täuschung ein immer freieres Feld geöffnet wird. Wird ja bald im Volke Keiner mehr sein, der den Spiegelfechtereien cttelcr und oberflächlicher Gelehrten auf den Grund zu schauen vermag und wirb ja bald Alles geglaubt, was die Propaganda des Abfalls von ihrem kritischen Dreifuß herab unter Zujauchzen unwissender Zunftgenossen als neu entdeckte ״historische" Wahrheit verkündet. Wir sagen mit R. Akiba: ומה במקום חיותנו אנו מתיראיץ כמקום מיתתנו על אחת כמה וכמוך. .,עכשיו שאנו עוסקין בתורה כך אם אנו הולכין ומבטלין ממנה ע׳א׳כ׳ו׳. Wir glauben, daß, wenn jene Befürchtungen wahr sind — und wer kann cs läugnen — ihre Beseitigung selber ei» Gegenstand unserer ernstesten Sorge für die Pflege der Thorahkenntniß sein müßte. Denn nicht dadurch begegnet man der Gefahr, wenn man ängstlich die Augen zudrückt und sich und das Gefährdete dem Ungefähr überläßt, sondern nur dann schwindet die Gefahr oder wird doch um ein bedeutendes geringer, tcenn man die Gefahr recht fest ins Auge faßt und Alles aufbirtet, sie aus ihrem eigenen Boden zu bekämpfen. Wir glauben endlich, daß das Nächste, was zuerst in unserer gegenwärtigen Sachlage noth thut, her Art ist, daß von jenen Befürchtungen nur erst in zweiter Linie die Rede sein könne und wenn dies Eine geschähe, recht geschähe, die Pflege der Thorahkenntniß wieder einen neuen und zwar einen solchen Boden in unserer Mirkc