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Jeschurun · 1858-02-01 · Heft 5 (Februar 1858) · p. 223

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 5 (Februar 1858)
Article
Schewat
Date
1858-02-01
Page
223 (sequence 5)
Language
German
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die dort zum Theil von Rabbinern und Seminarlehrern vertretenen Ansichten auch nur halbwegs der Möglichkeit Raum geben, in einem und demselben Institut gelehrt zu werden, in welchem das jüdische Gottesgesetz als göttliches Gesetz im Sinne des mosaisch-rabbinischen Judenthums gelehrt werden soll, wie es seit Jahrhunderten begriffen worden und noch von allen denen begriffen wird, die derjenigen Richtung mit Aufrichtigkeit anhangen, welche die Gegenwart mit dem Partheinamen Orthodorie zu kennzeichnen pflegt! Wenn uns ein Seminarlehrer belehrt, was uns als göttliche Ueberlieferung vom Sinai dastehe, sei nichts als eine aus politischen und hierarchischen- Partheikämpfen hervorgegangene Ausgeburt der Zeit, und Entscheidüngen, Lehren und Anordnungen der größten Meister und Tribunale unserer Lehre hätten nur subjektive Temperaments- und Intereffen - Sympathien und Antipathien zur Grundlage, -— wenn ein Rabbiner uns versichert, das והגיח בו יומם ולילה weise nothwcndig darauf hin, daß die Abfassung'des Buches Josua nicht früher als zur Zeit dcS zweiten Tempels anzunehmeü sei, oder doch mindestens diese Stelle eine so späte Interpolation sein müsse, da zu Mosis und Jvsua's Zeiten ja die Lehre noch gar nicht einen so bedeutenden gesetzlichen Inhalt hätte, daß man sich mit ihr Tags und Nachts beschäftigen konnte, — oder wenn ein andrer Rabbine in einem allerneuesten Erzeugniß den Text der heiligen Schriften überhaupt erst durch die verschiedenen allmäligcn Entwickelungen des Judenthums modificirt hervorgehen läßt und beispielsweise überall, wo der allheilige Gott עליון genannt wird, folglich also aucb i. B. M. 14. ein Erzeugniß oder eine Interpolation aus den Zeiten des zweiten Tempels wittert, weil — ja die Hohenpriester des zweiten Tempels in den öffentlichen Urkunden כהן לא׳עליון genannt wurden — wenn er den Bau seiner kritischen Forschungen auf den Fels jenes unerschütterlicheu historischen Faktums — von dem freilich leider bis 1857 kein Sterblicher etwas geahnt — aufführt, daß bei der Rück, kehr aus Babel die Hegemonie in den Händen der von Zndok abstammenden Priesterfamilie war, die sich daher die ״Za-okitcr" nannten, welches die Puppe des künftigen Zadducäer-Nachtfalterö Waren, die aber auch ״Zadikim" genannt worden sind, das bei Leibe nicht jenen herrlichen allgemeinen Begriff der Gerechten bedeutet, und nach der Lehre unserer alten Weisen alle Herrlichkeit und allen Segen

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