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Jeschurun · 1858-02-01 · Heft 5 (Februar 1858) · p. 222

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 5 (Februar 1858)
Article
Schewat
Date
1858-02-01
Page
222 (sequence 4)
Language
German
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Schrwat. 222 diese Ausgabe diejenige, durch deren Lösung erst auch in der Gegenwart alles sonst Geleistete seinen rechten Werth, seinen wahren Geist und Boden gewinnen kann und deren Lösung auch in der Gegenwart die Erfüllung aller guten Hoffnungen für die Zukunft bedingt. Wir wollen hier nicht den hohen Werth des ThorahstndiumS, ,deS j,Lernens", wie es die herkömmliche Ausdrucksweise nennt,: des Näheren Nachweise». Mir haben schon oft zu besprechen Gelegenheit gehabt, in welch hohem Grade alles geistige und sittliche Gcrcthen des jüdischen Einzel- und Gesammtlebcns von der größeren oder geringeren Pflege abhängt, die das Thorah-Lcrnen in unserer Mitte findet; fühlt ja ohnehin jeder Jude, daß das ״Lernen" die Seele aller Verwirklichung des Judenthums sei. - Wir wollen vielmehr uns nur klar zu machen suchen, warum in unserer Zeit so wenig für die Thorah geschieht, wollen uns vergegenwärtigen, was in früherer Zeit dafür geschah und uns sodann fragen, was in nuferer Zeit dafür geschehen könnte. Fragen wir, warum in unserer Zeit so wenig für die Thorab geschieht, warum eine Aufforderung zu einem gemeinsamen Zusammenwirken für jeden andern Zweck auf eine willfährigere und erfolgreichere Beachtung rechnen kann, als die Aufforderung zu irgend einem Werk für die Pflege und Förderung der Thorah, so müssen wir, scheint uns, unsere Zeit zuerst entschuldigen. Ein alkgemeines Zusammenwirken für diesen Zwc ck ist in uns er er Zeit nicht möglich. Als vor mehreren Jahren die Aufforderung zur Gründüng einer allg emeinen jüdisch theologischen Fakultät durch alle Zeitorgane ging, da sahen wir von vornherein in diesem sicherlich gutgemeinten Projekte ein todtgeborenes Vorhaben. Wo über Werth und Bedeutung des mosaischen und rabbinischen Schriftthums der Thorah die Richtungen so wett wie gegenwärtig auseinander klaffen, da ist ein allgemeines Zusammenwirken für solchen Zweck durchaus unmöglich. Wer es aufrichtig mit seiner ״Richtung" meint, kann hier der gegenüberstehenden, ohne seinen heiligsten Ueberzeugungen untreu zu werden, nicht die Hände reichen. Ein allgemeines jüdisch theologisches Institut, das den beiden entgegenstehenden Richtungen der Zeit zugleich genüge, ist ein Unding. Nur die gedankenloseste Gleichgiltigkeit in beiden Lagern kann sich daran betheiligen. Man sehe doch nur die jüdische Literatur der Neuzeit und frage, sich, ob

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