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Jeschurun · 1858-02-01 · Heft 5 (Februar 1858) · p. 221

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 5 (Februar 1858)
Article
Schewat
Date
1858-02-01
Page
221 (sequence 3)
Language
German
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SchewaU ' 221 Wer den Bruder nicht erlösen mag, Der will Gott das eigene Lösegeld nicht geben, Denen ist die Erlösung der eigenen Seele zu theuer Und der fällt der Vergänglichkeit anheim in Ewigkeit. ׳ Nicht durch Erwerb und Besitz, 'ונחנו איש כפר נפשי לר , im Geben und Spenden zahlt Jeder Gott das Lösegeld der eigenen Seele. Gott gicbt, wer dem Armen giebt, מלוח ד' חנן רל, sich giebt wer Andern giebt, und erst im Spenden wird das Erworbene recht eigen, düs ward die Grundgesinnung der jüdischen Wohlthätigkeit und hat die Juden zu dem Volke der Menschenfreundlichkeit und deS Wohlthnns gemacht, das bis auf den heutigen Tag auf diesem Felde der Humanität allen Völkern glänzend voranleuchtet. Wahrlich auch unsere Zeit steht hierin unserer ganzen Vergaugenheit nicht nach. Sie darf ״ihr Haupt erheben" und freudigen Bewußtseins aus die Erndte Hinweisen, die unablässig der Genius der Menschenliebe , der Wohlthätigkeit und der guten Werke in-ihrer Mitte hält. Die Berichte, die von Zeit zu Zeit öffentliche Blätter über Akte der Wohlthätigkeit, Stiftungen und sonstige gute Werke aus. den Gemeinden der verschiedensten Gegenden bringen, zeigen, wie rege dieser Geist noch in Israel und hier wahrlich der Punkt ist, in welchem ״sich Jakob seiner Kinder nicht zu schämen braucht". Eine Seite des spendenden Wirkens für Gottes Heiligthum ist es, die i» nnscrer Zeit fast leer ausgeht, und für welche, eben weil sie vernachlässigt zu werden scheint, wir uns ein Wort erlauben möchten. Wo es gilt, der leidenden Menschheit beizuspringen, den von Krankheit oder Mißgeschick Niedergebeugtcn auszuhelfen, ebenso wo es den öffentlichen Gottesdienst zu verherrlichen gilt, Synagogen zu bauen, zu restanriren, Chöre einzurichten und zu besolden u. s. w. dafür finden sich auch heute noch überall offene Herzen und Hände. Ahodah und Gmiluth Chaßadim, diese zweite und dritte Aufgabe des jüdischen Zusammenwirkens haben sich in unseren Gemeinden nicht zu beklagen. Aber gerade die mit Recht in erste Linie gestellte Aufgabe, das Zusammenwirken für Thvrah, für die Pflanzung, Pfiege und Verbreitung der Kenntniß des jüdischen Gottesgesetzos sehen wir fast leer ausgehen. Und doch war eben diese Aufgabe in früherer Zeit diejenige, die vor Allem die Sorge deS Allgemeinen und die Hingebung des Einzelnen in Anspruch nahm, und doch ist 14®

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