Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1858)
- Article
- Grundlinien einer jüdischen Symbolik
- Date
- 1858-01-01
- Page
- 189 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Gnnidllvien einer jüdischen Symbolik II. 2. 189 Egypten Juda sich politischer Bundesgenossenschaft rühmte. Da, in dem Jahre, als der assyrische Feldherr Aschdod eroberte, sprach Gott ein Wort durch Jesaias Sohn Amvz und sagte zu ihm: gehe, lose den Sack von deinen Lenden, ziehe aber zugleich den Schuh von deinem Fuße. Er that also und ging blos und barfuß. Da sprach Gott: so wie mein Diener Jesaias blos und barfuß gegangen, drei Jahre lang sei dies Symbol und Wahrzeichen über Egypten und Aethiopien, so wird nämlich Aschur's König Egyptens Gefangene und Aethiopiens Vertriebene, jung und alt, blos und barfuß, mit nackter Schaan! zur Schmach Egyptens aufführen. Dann wird man bestürzt sich Aethiopiens schämen, aus das man hinschaut, Egyptens, dessen man sich rühmt, dann spricht der Bewohner dieses Landes, so gehts denen, auf die wir hingeschaut, zu denen wir um Beistand flüchteten, uns vor den? Könige Aschurs zu retten, wie werden nun wir entrinnen?!*) Haben wir hier keine von Gott dem Propheten gebotene symbolische Handlung, um dadurch eine bestimmte Reihe von Gedanken bei den! Volke zu wecken und wach zu halten und sie jahrelang auf die Katastrophe vorzubereiten, durch welche Gott sich verherrlichen wollte? Verstehen wir sie recht, so sollte Jesaias durch Ablegung des von ihm bis dahin um das untergegangene Reich Israel getragenen Trauersacks Hoffnung für die Zukunft wecken, indem er aber zugleich blos und barfuß als Wahrzeichen für Aethiopiens und Egyptens Fall einherging, sagte dies dem Volke, verzweifeln sollt ihr nicht, vielmehr begründete Hoffnung fassen; allein nicht daher kann eure Hoffnung kommen, woher ihr sie erwartet. Vielmehr gehen eure letzten Stützen selbst zu Grunde und es bleibt euch nur die Hoffnung auf den übrig, der immer bleibt, wenn auch alles Andere zusammen bricht — Der Prophet legt den Trauersack ab, indem er den Fuß entblößt: seine Hoffnung beginnt, wo der Andern Hoffnung endet — — ״Gott streckte seine Hand und berührte meinen Mund und sprach zu mir: Hiermit habe ich meine Worte in deinen Mund gelegt, siehe, ich habe dich heute über die Völker und Reiche gesetzt zu zerstoßen und zerstören, zu vernichten, einzuretßen, neu auf- Jesaias. 12 *