Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1858)
- Article
- Grundlinien einer jüdischen Symbolik
- Date
- 1858-01-01
- Page
- 188 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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188 GruMinien einer jüdischen Symbolik ll. 2. als Herrn und König huldigen unb beklagte es schmerzlich, daß er nicht cinstimmcn dürfe in den Chor der Gottesheilignng, weil seinem und seines Volkes Mund Unlauterkeit ihres Lebens die Reinheit getrübt. Da flog Einer der Seraphim zu ihm hin, in seiner Hand eine Kohle, mit einer Zange hatte er sie von dem Altäre abgehoben, und berührte damit seinen Mund und sprach: siehe, hat dies deine Lippen berührt, so weicht deine Krümme und dein Fehlen wird gesühnt. Da horte er die Stimme Gottes: Wen soll ich senden? Wer will für uns ziehen? Da sprach er: Hier bin ich, sende mich!" — Ist die Erschütterung der Säulen und der mit Ranch sich füllende Tempel keine Sprache durch Symbol? Sollte die Berührung der Lippe mit der vom Altar abgehobenen Kohle nicht des Propheten Mund dem verglimmenden Altarfeucr weihen? Und ist hier nicht wieder symbolische Erscheinung und symbolische Handlung in bedeutsamster Verbindung mit der Rede des Wortes? Noch einmal will sich Gottes Wundermacht an Israel oflenbaren, noch einmal Israel und der Welt seine heilige Zions-Stiftung als den Fels verherrlichen, an welchem die Wogen der Mächtigsten der Mächte ohnmächtig zerschellen. Es läßt die assyrische Macht wie brausende Stromesflnth schwellend alle Ufer übertreten, läßt sie welterobernd alle damaligen Völkermächte unter ihrem siegenden Fuß in den Staub treten, läßt sie siegestrunken nun auch noch das kleine, winzige Zion erobern wollen — um ihr dann, im Anblick der Ztonsveste, von seinem Finger berührt, plötzlich den Untergang zu bereiten. Schon ist um Judäa ringsum Alles assyrische Beute geworden; schon sind selbst fünf Sechstel des Gottesvolks, eben weil es seiner Bestimmung vergessen, Gottes Volk zu sein, schon ist das Reich Israel trotz aller Politik und völkerfreundlicher Connivenz vor Assyriens Macht gefallen und fackgehüllt trauert der Prophet um die in die Fremde vertriebenen Brüder; schon braust Assur gegen Juda heran, hat schon Aschdod, im benachbarten Philistea, bezwungen; zitternd erwartet auch Juda den Todesstretch, klammert sich nur noch eine Hoffnung an, — nicht an Gott, dessen Wundermacht sich schon s» oft für Jisrael bewährt, — sondern an den Mnth und die Tapferkeit zweier Staaten, die allein noch aufrecht vor dem assyrischen Koloß standen, Aethiopicn und Egypten, die ihm noch allein die Spitze zu bieten schienen und unter beiten mit