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Jeschurun · 1858-01-01 · Heft 4 (Januar 1858) · p. 190

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 4 (Januar 1858)
Article
Grundlinien einer jüdischen Symbolik
Date
1858-01-01
Page
190 (sequence 7)
Language
German
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!90 Grundlinien einer jüdischen Symbolik II. 2. zubauen und zu pflanzen. Da ward das Wort Gottes an mich wie folgt: Was siehst du Jirmijahu? Ich sprach, einen Mandelstab sehe ich. Du hast gut gesehen, sprach Gott zu inir, rasch wie die Mandelblüthe betreibe ich mein Wort, es zu vollbringen. Und wieder ward das Wort Gottes an mich: was siehst du? Da sprach ich, einen angeblasenen Topf sehe ich und seine Nichtung ist von der nördlichen Richtung. Da sprach Gott zu mir, vom Norden wird das Unglück ausgehen über alle Bewohner der Erde u. s. w." Hier haben wir sofort Symbol und Deutung bet der Berufung des Priesterjünglings Jirmijahu zum Propheten, der der Gottesbote an Juda und die Volker sein sollte zur Zeit, als die aus den Trümmern des assyrischen Reiches emporgestiegene babylonische Macht die Völker knechtete und Juda zerstörte. Und dieser Gebrauch symbolischer Erscheinung und symbolischer Handlung tritt in Jeremias langjähriger Sendung noch öfter, sowohl zur Mitthcilung Gottes an den Propheten, als durch den Propheten an das Volk hervor. ״Also sprach Gott zu mir, gehe und kaufe dir einen leinenen Gürtel und lege ihn an deine Lenden; aber bringe ihn in kein Wasser. Ich kaufte den Gürtel nach Gottes Wort und legte ihn an meine Lenden. Da ward das Wort Gottes wieder an mich, nimm den Gürtel den du gekauft, den du an deinen Lenden trägst und mache dich auf, gehe zum Euphrat und vergrabe ihn dort in eine Felsenspalte. Ich ging und vergrub ihn im Euphrat wie mir Gott geboten. Und nach Verlauf vieler Tage sprach Gott zu mir: mache dich auf, gehe zum Euphrat und nimm von dort den Gürtel, den ich dir dort zu vergraben befohlen. Ich ging zum Euphrat und grub und nahm den Gürtel aus dem Orte, worin ich ihn vergraben hatte und siehe, der Gürtel war verdorben, taugte zu nichts mehr. Da ward das Wort Gottes an mich also: So hat Gott gesprochen, so, so verderbe ich Juda's und Jerusalems übermüthigen Stolz! Dieses böse Volk, die meine Worte sich zu hören weigern, die in "der Härte ihres Herzens wandeln, und andern Göttern nachgehen, ihnen zu dienen und sich ihnen zu beugen, sie sind wie dieser Gurt geworden, der zu nichts mehr taugt. Denn wie der Gurt sich an des Mannes Lenden schmiegt, so habe ich mir das ganze Haus Israel und das ganze Haus Juda angeschmiegt mir

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