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Jeschurun · 1858-01-01 · Heft 4 (Januar 1858) · p. 187

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 4 (Januar 1858)
Article
Grundlinien einer jüdischen Symbolik
Date
1858-01-01
Page
187 (sequence 4)
Language
German
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187 Gmndllnicn einer jüdischen Symbolik II. 2. ist, keine Sprache, keine Mahnung an den Wirkens- und lebensmüden Propheten, der an dem Erfolg seiner Sendung verzweifelt, weil er die Wirkung nicht mit Sturmesmacht und Erdbebenerschüttcrung und mit Feuersgewalt hervortreten sieht und nicht dem Gotteswirken zu folgen vermag, das auch unsichtbar sein Ziel erreicht und dessen Stimme am lautesten und wirksamsten spricht, wenn sie zu schweigen scheint? Ist hier Sturm und Beben, Feuer und Stille keine Sprache des Symbols? — --- Das Reich Israel, in welchem Elijahus Eifer den sichtbaren Erfolg vermißte, ist dem Untergange nahe, aber auch Juda, das sich noch nm den Gottestempel schaarte, trägt schon den Keim des Todes in sich. Eben weil es sich nm den Gottes-Tempel schaarte, Gott und sein heiliges Gesetz in den Tempel bannte, mit dem Tempelbesuch und dem Tempclopser und der Tempelfesttagsseier die große Aufgabe Israels gelöst zu haben nieinte, aber vergaß, daß vom Tempel aus Gott alle Lebensräume, vom Festtag aus alle Lebenszeiten dnrchdringen wolle und das Gesetz bestimmt sei, seine Verwirklichung und Wahrheit in dem ganzen außerhalb des Tempels zu lebenden Leben zn finden; der Tempel die Herzenskammer des Volkslebens, nicht die Kerkerhöhke des Göttlichen sein solle — darum eben drohte auch Juda's Reich seinem Untergange entgegen zu gehen. Gott aber weckte den Mann, der die Binde von den Augen reißen, weckte Jesaias, der die Hohlheit des Tempel-, Opfer- und Festtags-Treibens zeigen sollte, wenn damit das übrige Leben im Widerspruch stünde, der Juda warnen sollte, daß der Tempel die Gottesherrlichkrit nicht zu fesseln wisse, wenn das Leben sie verscheuche. Es war in dem Jahre als Gottes Finger die hochmüthig gewordene Stirn eines Königs Judas berührt und damit die Heiligkeit seines Tempels gegen Fürstenwillkühr vertreten hatte, als Gott den Jesaias berief. Er sah doch bereits die Herrlichkeit Gottes aus dem Tempel weichen und nur noch die Säume des Thrones die Tempelräume füllen. Er sah Seraphim aus der Höhe die Herrlichkeit Gottes erwarten. Er hörte die Heiligung Gottes aus ihrem Munde und wie — nicht Tempelräume — wie die ganze Erde seiner Herrlichkeit voll sei. Er sah, wie die Stimme dieses Rufs die Säulen der Tempclschwelle erschütterte und wie das Haus sich füllen wollte mit Rauch. Da gewahrte er es, was cs heiße, Gott 12

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