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Jeschurun · 1857-12-01 · Heft 3 (Dezember 1857) · p. 151

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Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 3 (Dezember 1857)
Article
Die Stellung der Juden im griechisch-römischen Alterthum
Date
1857-12-01
Page
151 (sequence 11)
Language
German
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im grtechisch-römtschm Alterthum. 151 Während es sich sonst bekanntlich siegreiche Feldherren zur Ehre!rechneten, den Namen des eroberten Landes zu führen, wie Scipio Africanus, Metellus Macedonicus u. s. w. Nach all diesem wird es wunderbar erscheinen, daß das Zudeuthum nicht nur im Orient, sondern auch-im Westen, und namentlich in Rom selbst, zahlreiche Proselyten machte. Der Grund diefix auffallenden Erscheinung liegt freilich größtentheils außerhalb des Judenthums, sie kann nur in den religiösen Zuständen der da- Maligen heidnischen Welt ihre Erklärung finden. Der Mosaismus!war im allerhöchsten Grad exclusiv, und hatte an der Bekehrung her Heiden kein Interesse- Ueberdieß mußte der von den stärksten Motiven zur Annahme dieses Glaubens getrieben sein, der nicht 'durch die Hunderte von lästigen Geboten und Verboten zurückge-!schreckt wurde, durch die fortan auch seine geringfügigsten Handlungcn geregelt werden sollten. Die Zahl derer, die aus äußern!Rücksichten übertraten, namentlich um Jüdinnen zu hetrathen oder am Hof zu Jerusalem ihr Fortkommen zu finden, kann immer nur sehr, gering gewesen sein. Daß die Schriften, die das Judenthum auf Kosten des Polytheismus erhoben und namentlich die Reinheit!des mosaischen Stttengesetzes priesen, große Wirkungen gethan haben,!ist nicht zu glauben׳ Zwar berichtet Philo, daß i» Aegypten manche!Heiden mit der Annahme des jüdischen Glaubens auch ihr Leben!gebessert und die Tugenden der Milde, Mäßigkeit und Menschen-!liebe geübt hätten; doch dteß sind sicherlich sehr vereinzelte Erscheinumgen gewesen. . Dagegen stimmen judenfreundliche und judenfeindliche Schriftsteller darin überein, daß die Zahl derer überall sehr groß war, die ganz oder theilwetse die mosaischen Gesetze befolgten. ״Solche Macht", sagt Seucca, ״haben die Bräuche dieses höchst verruchten Volkes bereits gewonnen, daß sie in allen Ländern eingeführt sind; sie, die Besiegten, haben ihren Siegern Gesetze gegeben." Am auffallendsten war dieß in Rom selbst schon im Anfang der Kaiserzeit. Es gab viele Römer, die am Sabbath kein Geschäft besorgten, fasteten und beteten, Lampen anzündeten und Kränze aufhängten, das mosaische Geseß studierten, jüdische Bethäuser besuchten und die Tempelsteuer nach Jerusalem schickten. ' Am meisten neigten die Frauen zum Zudenthum, theils weil sie glaubensbedürftiger waren als die Männner, besondes aber, weil sie sich

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