Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1857)
- Article
- Die Stellung der Juden im griechisch-römischen Alterthum
- Date
- 1857-12-01
- Page
- 147 (sequence 7)
- Language
- German
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im griechisch-römischen Merthum. 147 Land gedrückt fand, indem sie in Alexandrien Getreide, in Cypern Feigen aufkaufen und unter die Bedürftigen verthetlen ließ. Als sie (nach ihrem Sohne Jzatcs) gestorben war, ließ dessen ebenfalls dem Judenthume ergebener Nachfolger Monobaz der Zweite die Leichen der Mutter und des Sohns nach Jerusalem führen und in dem dort von Helena erbauten Mausoleum beisetzen. Noch jetzt sind die Trümmer dieses Denkmals vorhanden, die man unter dem Namen der Königsgräber kennt. Auch später bewies die Adiabentsche Königsfamilie ihre Anhänglichkeit an das Judenthum durch Bauten in Jerusalem und Geschenke an den Tempel. Bei dieser Verbreitung des Judenthums über die ganze bewohnte Erde kann das kleine Palästina nur insofern als das Hauptland der jüdischen Nation angesehen werden, als eö für sic den religiösen Mittelpunkt bildete. Die Bevölkerung Jerusalems, als es von Titus belagert wnrde, schätzt Tacitus aus 600,000 Seelen; aber als einst am Passahfest eine Zählung der ans allen Ländern zusammengeströmten Pilger vorgenommen wurde, ergab sich eine Zahl von mehr als zwei Millionen. Die Zahl der Synagogen für die auswärtigen Gemeinden soll in Jerusalem 380 betragen hoben. Man darf nicht vergessen, daß diese Zerstreuung der Juden in der ganzen heidnischen Welt wesentlich beigetragen hat, die Verbreitung der aus dem Schooß des JudenthurnH hervorgegangenen Weltreligion zu fördern und zu beschleunigen. Obwohl so in allen Ländern der alten Welt angestedelt, assimiltrten die Inden sich doch mit keinem Volk. In den größten Städten, wie Rom, Alexandrien, Eyrene, bewohnten sic abgesonderte Quarttere, und ihre Gemeinden hatten ihre eigene Verfassung. Sic gtengen keine Ehen mit Weibern anderer Nationen ein, sondern enthielten sich auch, wie Tacitus, einer ihrer bittersten Gegner, bezeugt, aller und jeder Berührung nichtjüdischer Frauen. Sie thetlten eben so wenig die Mahlzeiten der Heiden als sie sie zu den ihrigen cinluden. Sie sahen auf den Götterdtcnst der Griechen und Rö» mer, der Aegypter und Syrer überall mit gleichem Abscheu, mit gleicher spottender Verachtung. Sie nahmen an den religiösen Festen, an denen das Gefühl der gemeinsamen Andacht, so wie der gemeinsamen Festfreude das stärkste Band der Einigung um alle Mttfeternden schlang, keinen Theil. So erschienen sie den Griechen