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Jeschurun · 1857-12-01 · Heft 3 (Dezember 1857) · p. 145

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 3 (Dezember 1857)
Article
Die Stellung der Juden im griechisch-römischen Alterthum
Date
1857-12-01
Page
145 (sequence 5)
Language
German
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tu» griechisch-römischen Alterthum. 145 Maffenausweisnng erfolgt, weil sie auf Airstiften eines gewissen Chrestus (den man ganz irrthümlich mit Christus hat identifnciren wollen) unaufhörlichen Aufruhr erregt hätten. Trotz aller dieser Maßregeln blieb, wie man aus zahlreichen Andeutungen der Schriftsteller sieht, ihre Zahl in Rom iminer sehr bedeutend. Der toleraute Alexander Severus (222 — 235) bestätigte ihre Privilegien von neuem. Daß von Rom aus jüdische Colonten sich nach den Küsten des westlichen Mittelmeers, nach Südfrankreich, Nordafrika >md Spanien verbreitet haben, darf man annehmen, wenn sich auch zufällig keine Nachrichten davon erhalten haben. Zn Algerien ist ein Grabstein gefunden worden, den ein Synagogenvorstehcr (er nennt sich Pater Synagogeö, ein öfter vorkommender Titel, es gab auch Synogenmütter) M- Avilius Januarius seiner ״süßesten Tochter Avilta Esther, von jüdischem Glauben" gesetzt hat, und sicherlich werden spätere Nachforschungen an den Küsten des Mittelmecrs noch »nanche Spur dieses über den ganzen Erdboden wandernden Volkes auffinden. Noch größer vielleicht als im Occident war die Verbreitung der Juden östlich vom Euphrat. Um das Jahr 20 gründeten zwei Juden aus der Stadt Naarda in Syrien am Euphrat einen Raubstaat, der 16 Jahre bestand, und von dem parthischen König Artaban nicht nur anerkannt, sondern auch durch den Antrag eines Bündnisses geehrt wurde. Asinai und Anilai waren die Namen der beiden Brüder, die der Lehre eines Webers entlaufen, eine Schaar Unzufriedener unr sich sammelten, und durch Streifzüge, Ueberfälle und Brandschatzungen der Umgegend, ihre Macht so weit vergrößerten, daß der Körrig des mächtigen Parthiens sich herbeiließ mit ihnen zu verhandeln. Das Ende dieses kleinen Raubstaats war nicht minder romanhaft als sein Anfang. Anilai hatte eine schöne heidnische Gefangene bet sich, der er aus ihre Bitten gestattete, ihren Göttern zu opftrn. Dteß erregte die Unzufriedenheit der Zeloten in seiner Schaar, und namentlich des ältern Bruders. Die heidnische Schwägerin reichte Asinai Gift. Bald darauf brach im Angriff, den der Schwiegersohn des Königs von Parthien aus Rache für eine in Naarda erduldete Gefangenschaft unternahm, die Macht des jüdischen Raub er staatS; auf einem Streifzuge gegen die Babylomer wurde auch Anilai erschlagen. Nach der Zersprengung und

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