Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1857)
- Article
- Die Stellung der Juden im griechisch-römischen Alterthum
- Date
- 1857-12-01
- Page
- 144 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2932754-2932849-2932853-2941775--03202-2941854- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
!44 Die Stellung der Juden theilc erhaben war, und der überdteß im ägyptischen Krieg von Zuden eine sehr fordernde Unterstützung erhalten hatte. Er bestätigte die bürgerliche Gleichstellung und die besonder« Privilegien der alerandrinischen Juden, gestattete ausdrücklich die Ausführung der Tcmpclsteuer, und schützte die angefochtene Religionsfreiheit der kleinasiatischcn Gemeinden, denen nicht bloß Synagogen zu bauen erlaubt wurde, sondern auch, daß sie am Sabbath nicht vor Gericht erscheinen dürften. Was er für die römischen Juden gethan hat, ist nicht unbekannt; unbedeutend kann cs nicht gewesen sein, denn Nacht für Nacht kamen sie an seinem Grabhügel zu trauern. Auch August begünstigte sie, Tiber dagegen war ihnen feindlich gesinnt; unter seine Regierung fällt (im Jahr 19) die erste Judenverfolgung in Nom. Die Veranlassung gab die Bekehrung einer vornehmen Römerin Fulvia, der Gemahlin deö Senators Saturninns, zum Judcnthum; sie sandte durch ihre jüdischen Lehrer eine Tempelstcuer nach Jerusalem, und diese würdigen Männer unterschlugen die fromme Gabe. Die Sache wurde ruchbar und machte Aufsehen. Die strenge Absonderung und landmannschaftlich enge Verbindung der Juden in Rom hatte ohne Zweifel Besorgnisse erregt, nun schien ihre Proselytenmacherei überhand nehmen zu wollen. Der Senat faßte einen Beschluß, der nur durch eine wirkliche oder vorausgesetzte Gefahr erklärlich ist. Viertausend waffenfähige Männer aus dem Stande der Freigelassenen, die, wie Tacitus sagt, von jüdischem und ägyptischem Aberglauben angesteckt waren, wurden auf die Insel Sardinien zur Bekämpfung der dort hausenden Räuberbanden abgefuhrt; ״würden sie voir dem ungesunden Klima aufgerieben, so wäre der Schaden gering; die übrigen sollten Italien verlassen, wofern sie nicht vor einem festgesetzten Tage ihren unheiligen Glauben abgeschworen hätten." So hoch man eine Bevvlkerung veranschlagen muß, die eine so große waffenfähige Mannschaft stellen konnte, so sollte man doch glauben, daß durch diesen Schlag die jüdische Gemeinde in Rom so gut wie vernichtet worden sei. Aber kaum dreißig Jahre später (48) waren die Inden tu Rom (nach Dio Cassio) zu solcher Menge augewachsen, daß sie ohne Unruhen zu erregen nicht wohl ausgewiesen werden konnten, weßhalb Kviser Claudius sich begnügt, ihre religiösen Versammlungen zu verbieten. Nach Sueton .jedoch wäre damals eine abermalige