Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1857)
- Article
- Kislew
- Date
- 1857-12-01
- Page
- 121 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Minorität- 121 nd 1מי =11: Es giebt keine größere Prüfung und Läuterung, als mit seinen Uebcrzeugungen einsam und allein zu bleiben, und cS giebt für die Sache der Wahrheit kein größeres Glück, als von Zeit zn Zeit ihre Bekenner dieser Minoritätserwähnung ausznsetzcn. Solche Zeiten sind freudelos, ernst und — reinigend wie der Sturm. Entastet und vereinsamt steht die Eiche da. Kinder weinen über die Verödung. Männer wissen, was den Sturm nicht aushält, was im Sturme abfällt, ist schon ohnehin dem Stamme entfremdet, ist schon ohnehin in seinem Mark nicht mehe mit dem Mark des Stammes verwachse», ist welk und dürr. Es fällt? Es muß ja fallen, was soll dem Stamm das dürre Reisig! Was im Sturme bleibt, ist frisch und markig, rettet die Zukunft herrlicher als je, כאלה וכאלון אשר בשלכת מצבת בם זרע קרש מצבתה! — — — 4. Wir haben einige Lichtseiten an der Minoritätsstellung betrachjtet, wollen wir uns nicht auch nach den Schattenseiten nmsehen, sucht auch die Gefahren uns vergegenwärtigen, die vielleicht der :Sache der Wahrheit erwachsen könnten, wenn sie sich eine Zeit lang von einer Minorität getragen und vertreten sehen würde? Irren wir nichts so sind auch diese Gefahren ernst genug, als daß eine Minorität, die es ernst mit ihrer Sache meint, vor ihnen ihre Augen schließen und sich sorgloser Ruhe überlassen dürfte. Heben wir nur die eine und die andere hervor, wie sie sich uns aus der Natur der Sache von selbst ergeben und von der Erfahrung der Zetten bestätigt erscheinen. Jede Minoritätsstellung ist eine Prüfung, und in jeder Prüfung liegt Gefahr, wenn auch nicht unmittelbar für die Sache, so doch Gefahr für ihre Träger, die aber doch wieder indirekt ihre Sache gefährdet. Einer Wahrheit, deren Bestimmung die allgemeinste Verbreitung und Anerkennung ist, kann es doch nicht ganz gleichgelten/ wie viel sie Anhänger und Bekenner zählt, und noch weniger ihr gletchgiltig sein, welche Begriffe und Vorstellungen sich von ihr die Kreise ihrer Ntchtbekenuer bilden. Sie ist doch Hinsichtlich ihres äußern Bereichs noch um so ferner vom Ziel, je beschränkter annoch der Kreis ihrer Anhänger ist, und je entstellter und getrübter die Vorstellungen sind, die ihre Nichtbekenner von ihr hegen,