Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 2 (November 1857)
- Article
- Zur jüdischen Schulfrage
- Date
- 1857-11-01
- Page
- 93 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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von vr. M. Hirsch. 93 wir anöeuteten. Sie genügend zu beantworten ist, wie gefügt, schwierig; schwierig schon und die Aufbietung aller Geisteskraft erfordernd das Stechen, den Gesammtunterricht so zu gestalten, daß sie nicht überhaupt zUrückgcwicsen werden muß; eine jede Schule jedoch, die sich diese Frage gar nicht stellt , jenes Ziel gar nicht gesteckt, jene als eine unberechtigte, weil dieses als ein jenseits ihrer Gränzen liegendes betrachtet, hat nach unserem Dafürhalten, und rüstete sie ihre Zöglinge mit allen möglichen Kenntnissen und Fertigkeiten aus, nur einen kleinen Theil ihrer Aufgabe gelöst. Wenn dies von einer jeden Schule in jeder Zeit gilt, so gilt es in unendlich gesteigertem Grade von jeder wahrhaft jüdischen 'Schule in der Gegenwart. Von deren Aufgabe in der Jetztzeit ist in diesen Blättern bereits die Rede gewesen. Es ist daher hier nicht unsere Absicht, im Allgemeinen hierauf näher etnzugehen. Wohl aber darauf haben wir htnzuweisen, wie gerade für die jüdische Schule das selbstbewußte Streben auf die größtmöglichste Deutlichkeit in den Begriffen, Schärfe und strenge Folgerichtigkeit in den Urtheilen und Schlüssen ihrer Schüler, — das Streben, die vom Schöpfer in jede Menschenbrust gesenkte Empfänglichkeit für alles Erhabene und Schöne zu pflegen und zu wecken, —- das Streben endlich, den so zur Erkenntttiß von Personen und Verhältnissen befähigten Verstand, das so zur richtigen Werthschätzung der Charaktere und Thaten gebildete sittliche Bewußtsein nun auch zu gewöhnen, selbstdenkend und selbsturtheilend an Natur und Geschichte hinanzutreten: wie für die jüdische Schule dieses Streben nicht etwa in die Kategorie des ,Münschcnswcrthen", ״Zweckmäßigen", ״auch" Guten falle, wie es vielmehr für die jüdische Schule eine Lebensfrage sei, wie der ganze Erfolg ihres Wirkens in Frage gestellt sei, sobald ihm nicht die gebührende Rechnung getragen -- das ist's, worauf wir nicht eindringlich genug hinzuweisen vermögen. * Denn was kann eS nützen! Der Schüler habe הנך fast ganz durchgelernt, sei zur Mischnah, ja zur Gemam übergegangen und habe es darin sogar so weit gebracht, auch ״allein lernen" zu können; — ihm sei auf der andern Seite auch das Gebiet der Natur und Geschichte erschlossen worden, er-