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Jeschurun · 1857-11-01 · Heft 2 (November 1857) · p. 92

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Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 2 (November 1857)
Article
Zur jüdischen Schulfrage
Date
1857-11-01
Page
92 (sequence 2)
Language
German
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92 Zur jüdischen Schulftuge aufgegangen sein, anregend, weckend, belebend, ein Moment der geisttgen Entwickelung, die Grundlage immer weiteren Fortschreitens — mit einem Worte wird es ihr geistiges Eigenthum geworden sein, so daß der Geist, weit entfernt von der Fülle des Stoffes erdrückt zu werden, über demselben stehe und mit ihm als seinem Etgenthume frei, selbstthätig, selbstdenkend schalte und walte? Es bedarf kaum der Erwähnung, daß die Beantwortung dieser Frage eine viel schwierigere, eine gänzlich erschöpfende fast schlechterdings unmöglich ist. Hier handelt es sich nichj inehr um etwas Aeußerlichcs wie ׳das Quantum des Lehrstoffes, nach der Wirkung desselben auf den Geist des Schülers wird gefragt, ob sie eine veredelnde, bildende sein werde. Die hier in Betracht kominenden Faktoren entziehen sich der unmittelbaren Anschauung; sie sind tWerliche,!geistige. Auch macht sich gerade in dieser Beziehung die 'Verschiedenheit her Individualitäten der Schüler am meisten geltend. Auf Sicherheit und Gewißheit müssen wir daher hier verzichtc», nur Schlüsse sind uns verstattet mit größerem oder geringerem Krade von Wahrscheinlichkeit und Mgemetngültsgkeit.. Die Blüthe aber der gesammten geistigen Entwickelung, — der Brennpunkt,!in. dem alle Strahlen concontrisch sich vereinigen, die die Schule!bisher!durch die -peripherisch sich neben einander gruppirenden einzelnen Lehrgcgenstände zu zünden gestrebt, — der lebenvolle Mittülpunkt,!von dem aus wiederum alle Radien des thatkräftigen Strebens n!nd Handelns ausgehen werden — Pas ist die Betrachtungsweise der Welt :und ihrer Verhältnisse, die Ansicht von Natur!und!Geschichte, -mit einem Wort!die Weltanschauung. Sie ist der Spiegel alles im!Menschen -Gewordenen, sic ist der Ketmpunkt;alles Werdenden. Daß der in die Welt-und , wie man spricht, in das Leben Etntretende Welt und Leben und ihr Getriebe begreifen, die:der unmittelbaren Anschauung sich — wie Wes Innorliche, Wesentliche — entziehenden Grundmomente der Bewegung erkennen, daß er mit selbstbewußtem Blick den Ereignissen entgegentreten und, weil der Ausgangspunkt aller Vergangenheit ihm klar und das endliche Ziel aller Zukunft in ihm lebendig aufgegangen, feine Gegwtwart,?und wäre sie noch so dunkel, ihm lichtlos sein werde: dazu kann und soll in der Schule der Grund gelegt -worden. Ob ׳mnd in ׳welchem Krade dies geschehen, das ist .jene Wage, die

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