Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 2 (November 1857)
- Article
- Ein Stück Zeitgeschichte
- Date
- 1857-11-01
- Page
- 83 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Stück Zeitgeschichte. 83 des Religiösen und der Wahrheit im Allgemeinen schwerlich! Zur Pflege der Gewiffensfreiheit und des Friedens am Allerwenigsten; denn, wo so heterogene Elemente gewaltsam in einem Verbände zusammen gezwungen werden sollen, da muß sich Druck und Hader erzeugen, da kann weder den Gewissen in freier, berechtigter Entwickelung genügt, noch Eintracht und Friede gepflegt werden; es sei denn der Friede, den über dem Grabe aller heiligsten Interessen die Gleichgiltigkeit erzeugt — — — — O, daß das Alle bedächten, die in Lehre und Beispiel Gleichgiltigkeit gegen das göttltche. Gesetz predigen, daß fle Alle das Ende bedächten, zu welchem unabweislich früh oder spät diese Bestrebungen führen müssen. Daß sie es bedächten, nicht wenn in Wahrheit ihre ״Ueberzeugungen" sie von der Nichtigkeit des jüdisch-religiösen Gesetzes ״überzeugt"; denn dann ist in der That das Ende gleichgiltig. Daß sie es aber bedächten, wenn sie nur gedankenlos dem großen Troß, gedankenlos den Predigern des Abfalls folgen; daß sie es bedächten, wenn sie nur in Conjekturalkritik einen Steinwnrf gegen die Anhöhe des biblischen oder rabbinischen Leuchtthnrms spielend wagen, daß sie es bedächten, wenn sie nur, um sich die — Neusilber - Sporen auf der Rennbahn der heutigen jüdischen Gelehrsamkeit zu verdienen, Zweifel an Allem, was heilig ist in Israel in die Brust des leider in Folge der modernen Zeitrichtung gegen solche Nitterspiele durch religiöse Kcnntniß nicht gerüsteten Volkes werfen. Mögen fle es bedenken. Der Riß bleibt nicht aus. Wehe Dem, der zu diesem Risse, egoistisch, leichtsinnig, spielend beigetragcn! כמהלהלה וזירה זקים חצים ומוח כן איש רמה את רעהו ואמר הלא משהק אני Sie spielen zur Uebung, zur Erholung, zur Entmüdung mit Blitzen, Pfeil und Tod, und wenn ihr Bruder dadurch zu Schaden kommt, trösten sie sich: wir spielen ja nur! — — — 3. Doch wir kommen wieder auf den Vorgang in Horic zurück und betrachten noch mit Wenigem die Jntervenirung der Behörden in einer Angelegenheit von so völlig innerm jüdischen Interesse. Es ist aus dem obigen Berichte nicht ganz ersichtlich, in welcher nähern Veranlassung und in welcher Richtung eigentlich ursprünglich die Behörden in dieser Sache angegangen worden. Wir erlauben uns nur einige allgemeine Bemerkungen.