Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 2 (November 1857)
- Article
- Ein Stück Zeitgeschichte
- Date
- 1857-11-01
- Page
- 81 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Stück Zeitgeschichte. 8i Vorschub leiste, oder auch nur irgend wie einen Zweifel darüber walten lasse, was in Wirklichkeit das von ihr empfangene und weiter zu tradirende göttliche Gesetz bedeute, so bleibt ihr nichts übrig, als durch Ausschließung dieser Glieder dem göttlichen Gesetz in ihrer Mitte die reine und volle Anerkennung zu retten. Kein irgend welcher möglicher Mißbrauch kann z. B. dem wirklichen Nebel auch nur entfernt an Verderblichkeit gleichkommen, daß unsere Nachkommen durch die in äußerlich religiöser Gemeinschaft mit ihnen ausgewachsenen, und durch Leugnung der Göttlichkeit der Beschnetdung unbeschnitten Gebliebenen selbst an der ״Göttlichkeit der Institution der Bcschncidnng" nothwendig irre, werden müssen. Nicht um Verfolgung, nicht um Bekehrung, nicht um Aus- Übung irgend einer.Gewalt oder eines Gewissenzwangs handelt es sich endlich hier, sondern mir um Auseinandersetzung, um rechtliche Treunung von Elementen, die faktisch schon ohnehin nicht mehr zusam-׳ mengehören, um Vollziehung einer Scheidung, die doch endlich früh oder spät das letzte Resultat des sich seit Decennten in unserer Mitte vollziehenden Scheidungsprozesses sein wird. Wohl thut es schmerzlich w!h, daß es so weit hat kommen müssen. Ob es so weit gekommen wäre, wenn man von diesem Rechte oer Selbsterhaltung, von diesem Rechte der Ausscheidung des fremd Gewordenen früher, wenn man sofort im Anbeginn dieses Prozesses davon Gebrauch gemacht hätte, wenn nicht durch Verharren der fremdartigsten Bestandtheile im Gemeindekreise die jüngere Generation immer mehr und mehr irre geworden ist, immer mehr und mehr irre werden mußte au dem, was denn eigentlich Judenthum heißt und denn eigentlich jüdisches Gesetz bedeutet — ob es so weit gekommen wäre? Wir zweifeln. Da es aber einmal so weit gekommen ist, so nützt es wahrlich nicht, die Augen zuzudrücken, so heilt man den Bruch wahrlich nicht, wenn man sich über dessen Vorhandensein täuscht und die Heilung, weil sic schmerzt und Opfer fordert, hrnausschicbt. Oder ist ein längeres Zusammcnvcrharreu noch lauge möglich? Zeigt nicht ein Vorgang wie der zu Horic, daß cs nicht ist? Können denn diejenigen, die die jüdische Bibel als göttlich bekennen, und diejenigen, die ihre Göttlichkeit leugnen, — diejenigen, die die jüdischen Gesetze als ewig verpflichtend uud diejenigen, die sie als antiquirt betrachten, —können diese denn zusammen Ein religiöses s