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Jeschurun · 1857-11-01 · Heft 2 (November 1857) · p. 71

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 2 (November 1857)
Article
Ein Stück Zeitgeschichte
Date
1857-11-01
Page
71 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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Ein Stück Zeitgeschichte. 71 terlaffen und hält diese seine Überzeugung seiner Gemeinde entgegen, die von ihm die Beschneidung seines Sohnes fordert, wenn sie ihn ferner als den Ihrigen betrachten, wenn sie ihn — denn das war ja die erste veranlassende Manifestation — wenn sic ihn zu dem Lesen der Gesetzrollcn im Bethause zulassen soll. Dieses einzige Faktum heben wir aus dem ganzen Vorgänge heratls und mochten so ruhig als möglich fragen: Wie? Der Herr Doktor erklärt öffentlich seiner Gemeinde gegenüber, dass er nicht an die Göttlichkeit der Beschneidung glaube amd sieht nicht, daß trotz seines Glaubens an seinen nichtsdestoweniger rein jüdischen Glauben, dieser Glaube doch um Himmelssernen sich von dem Glauben losgesagt, dessen Bekenntntß das ״Charakteristtkon" seiner Gemeinde bildet, doch unmöglich der jüdische Glaube ist, zu dem sich seine Gemeinde als Gemeinde bekennt? Wie? Der Herr Doktor erklärt öffentlich, er glaube nicht an] bic Göttlichkeit der Beschneidüng, und er wagt es dennoch, zu der Gesetzesrolle öffentlich im Bethause hinzutreten, die Hand auf dieses Gesetz zu legen, Gott für die Ertheilung dieses Gesetzes zu danken, dieses Gesetz als Thorath Emeth, als das wahrhaftige Gotteö-Gesetz zu bekennen, dieses Gesetz, dessen erstes Gesetz eben die Beschuetdung ist, das es nicht als einen ״barbarischen morgenländischen Gebrauch", als eine Dr. Jenner'sche Pockenimpfung und Gott weiß was sonst, das sie ausdrücklich und feierlichst als göttliche Institution verkündet, von Gott als Zeichen des Bundes eingesetzt, daß wir und unsere Kinder sein seien, להיות לך לאלקי' ולזרעך אחרייך, von Gott zur ewigen Vollziehung für alle unsere Nachkommen geboten, ויאמר אלרי' אל אברהם ואתה אח בריתי תשמר אחה וזרעך אחריך ל דרת ם והיחח בריתי בבשרכם לברית עולם — und dessen Unterlassung nicht als unschuldige Nichtbeachtung eines morgenländtschcn Gebrauchs oder höchstens als leichtsinnige Unterlassung einer sanitären Vorschrift, sondern ausdrücklichst und feierlichst von Gott als?Bundesbruch erklärt dasteht, וערל זכר אשר לא ימל אח בשר ערלתו זנכרתה הנפש ההוא מעמיה 1)! אח בריחי הפר. B. M. 17.); — dieses Gesetz, in welchem daher auch Gott jedem Unbeschntttenen die Thcilnahme an dem Pcßach-Opfer verbietet, ja, ausdrücklich selbst den Vater von der Thcilnahme ausschließt, so lange er ein unbeschnitten cs männliches Kind im Hause hat, (2. B. M. 12, 43 f.); — 'zu

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