Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 2 (November 1857)
- Article
- Cheschwan
- Date
- 1857-11-01
- Page
- 55 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Cheschwan. 55 Gemeinde hat sie zu versorgen, die Gemeinde sie zu schützen, die Gemeinde mit ihrem Herzblut sie zu vertheidigen, die Gemeinde sic zu Heil und Freude und zur segensreichen Entfaltung zu bringen. Und wer ist die Gemeinde anders, als die ״Jechidim", die Gesammtheit der Jsraelssöhne, als die רבבות אלפי ישראל, in deren Mitte Gott seine Schechtnah und das Heiligthnm seines Gesetzes wohnen lassen will? Auf jedem Einzelnen ruht die Verantwortung fürs Ganze! Und was hätte denn auch ferner der Einzelne für die Lösung seiner Einzelpflicht gcthan, wenn er nicht zugleich für das Ganze mitgesorgt? Die jüdische Erziehung seiner Sohne und Dochter, die Vererbung der Thorah in Erkenntniß und Leben auf seine Kinder und Enkel, das rechnet doch gewiß jeder Jude mit zu seiner Etnzelpflicht. Ja, verdient er auch nur halbwegs den hohen Namen ״Jude", so wird diese Sorge ihm zu allererst am Herzen liegen, so wird er diese Sorge als die erste seiner Sorgen zählen, und alle andern Errungenschaften seiner Bestrebungen für null und ntchtig erkennen, so ihn diese Sorge drückt. Wie kann aber ein jüdischer Vater glauben, er habe die jüdische Erziehung, die jüdische Zukunft seiner Kinder und »Enkel versorgt, wenn er nicht zugleich für die jüdische Gestaltung seiner Gemeinde Sorge trägt? Er kann doch nicht ewig bei seinen Kindern bleiben, und er kann doch seine Kinder und Enkel nicht auf sein Haus und seine Familie beschränken. Es ist die Gemeinde, die ihn überlebt, und die Gemeinde ist es, der wir Alle unsere Kinder und Enkel anvertrauen, wenn uns Gott zu sich ruft. Selbst bei unscrm Leben, ja, während unserer Erziehung, vermögen wir ja nicht, unsere Kinder auf uns selbst und innerhalb unseres Hauses und unserer Familie zu isoliren. Ja vermochten wir's, die Jsolirung wäre ihr sicherstes Verderb. Wer sein Kind nicht von vorn herein gewohnt und übt, in Mitten und in Gegenwart aller Abirrungen und zwiespältigen Gegensätze, seine jüdische Gesetzestreue zu bewahren und zu üben, der setzt es am aller-- meisten der Gefahr aus, bei dem ersten Schritt aus dem väterlichen Hause die Gesetzcstreue abzuschütteln. So wie Denjenigen mit dem ersten Schritt außer dem Hanse am zuverläßigsten der Schnu-- pfen anwehen wird, de» man am ängstlichsten vor jeder Berührung mit der Luft abgesperrt. Schon also während ihrer ErziehungSlahre bewegen sich unsere Kinder in Mitten der Gemeinde, noch