Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 2 (November 1857)
- Article
- Cheschwan
- Date
- 1857-11-01
- Page
- 54 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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54 Cheschwan. der Rabbinen und Kultusbeamten lärmen, die sich selbst im eigenen Leben jeder religiösen Gewissenhaftigkeit entschlagcn! Doch nicht von diesen lächerlichen Abnormitäten wollten wir hier reden. Das sind wahrlich die Wackern nicht, deren Interesse wir für unsere heilige, jüdische Sache wecken möchten. Das sind die ״ Gottesfürchtige« " nicht, deren Gedanken und׳ Wünsche selbst Gott in das Buch seines Gedächtnisses verzeichnet. Wer nicht selbst im Gesetze lebt, lasse das Reden und Eifern fürs Gesetz — עוברי עבירה ישובו מערכי המלחמה ,ולרשע אמר מה לך למפר חוקי ותשא בריתי עלי פיך — Vielmehr an Diejenigen möchten wir uns wenden, die keine Stellvertretung in Erfüllung ihrer heiligsten Gewissenspflichten kennen, die ihren Beruf nicht in den engen Begriff der Existenz-Erschwingung begränzen, denen die Erfüllung des göttlichcn Gesetzes erster, heiligster, ja einziger Beruf ist, ans dem ihnen erst der Beruf für die Existenz selber entspringt, und in dem erst diese Existenz selbst für sie Werth und Bedeutung gewinnt. An Diejenigen, denen es Ernst um die Erfüllung heiliger Pflichten ist, die aber in der Erhaltung ihrer einzelnen Persönlichkeit und ihres einzelnen Hauses bet der Gewissenhaftigkeit und Treue der heiligen Pflicht genügt zu haben glauben, den Gang der allgemcinen religiösen Angelegenheit sich selber überlasse», höchstens Kopfschütteln, Seufzer und augenblicklich verhallende Klagen — am Sabbath — aber keine Zeit und thätige Sorge, nicht einmal ei» männliches Wort und eine Minute der Besprechung für die religiöse Sache des Allgemeinen haben, die sic denn doch ihrem Einzclberufe ferne liegend betrachten — und für welche thättg cinzugrctscn sie sich doch die Hände gebunden sehen. Diese möchten wir mahnen, möchten dazu beitragen, daß sie sich von einer Täuschung befreien, die sie selber ihre Einzel-Pflicht nur halb erfüllen läßt und zugleich die letzte Hoffnung für das allgemeine Besscrwerden — so weit Menschenaugen reichen — begräbt. Wahrlich zuerst, sie täuschen sich, indem sie glauben, die Sorge für das allgemeine Religiöse ihrer Gemeinde liege ihrer Einzelpflicht ferne. Nicht den Rabbinen und Vorständen, der Gemeinde, der Kehtllath Jaakob hat Gott seine Thorah zum Erbgut, oder wie die Weisen sich ausdrücken, zur angetrauten Braut übergeben. Die