Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 2 (November 1857)
- Article
- Cheschwan
- Date
- 1857-11-01
- Page
- 52 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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52 Cheschwan. jüdisch e Sache Wü»schenswerth cu, und zwar umso mehr, je weniger die Gegenwart Aussicht zur Nealtsirung der Wünsche bietet, ja, je großer die Schwierigkeiten sind, die die Zeit der Verwirklichnng entgegen stellt. Der Chcschwan ist da, und mit ihm betreten wir die eigentliche Zeit der stillen, emsigen Thättgkeit. Kopf und Hände rühren sich im Berufe, um etwas Tüchtiges auf der Bahn zu dem angewiesenen, oder vielmehr zu dem selbstgesteckten Ziele vorwärts zu bringen, und je weiter und glänzender die Zeit fortschreitet, um so mehr müssen Kopf und Hände sich rühren, um so mehr nimmt der ״Beruf" immer mehr und mehr den ganzen Menschen in Anspruch. Der Philanthropist, der von dem Jahrhundert der Maschinen, dieser Surrogate menschlicher Thätigkeiten, eine Befreiung des Menscheu von der Arbeit hofft, dürfte bis jetzt wenigstens annoch sich in seiner Voraussetzung bitter getäuscht sehen. Nur um so mehr gesteigert sieht er die von Jedem zu erreichenden Ziele und nicht vermindert, verdreifacht flehet er die Anstrengungen und Mühen des ״Berufs". Diese gesteigerten Mühen und Anstrengungen wäreir nun nicht so sehr zu beklagen, da sie doch immerhin zugleich eine gesteigerte Entwickelung des Talents und der geistigen Fähigkeilen voranssetzen und fordern, wenn sie nicht die natürliche Folge gehabt, daß, um sich wenigstens nach einer Seite hin Erleichterung zu verschaffen, man sich den Begriff des Berufs möglichst - vereinfacht, ihn vornehmlich, meist fast ausschließlich, auf die Erschwingung selbstständiger Existenz zurückgeführt, und sich ganz beruhigt in dem Gedanken fühlt, vollkommen seine Pflicht zu thun, wenn man seine ganze Thättgkeit ausschließlich dieser Erschwingung der Existenz, mit andern Worten, dem Geschäfte zuwendet, Alles aber, was darüber hinaus liegt, oder doch nicht mittelbar oder unmittelbar damit in Berührung steht, von sich als Beruf störend, oder als solche Bestrebungen von sich weist, die Zeit und Kraft in Anspruch nehmen würden, welche den gebieterischen Pflichten des ״Berufs" heilig bleiben müssen. Unter diesen Zwecken, deren man sich als Beruf störend entschlagen zu dürfen und darum auch zu müssen glaubt, steht die Sorge für das religiöse Allgemeine, die Sorge für die religiösen Gemeindeangelegenheiten obenan. Sie stehen ja mit dem Existenz-