Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1857-10-01 · Heft 1 (Oktober 1857) · p. 28

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 1 (Oktober 1857)
Article
Grundlinien einer jüdischen Symbolik
Date
1857-10-01
Page
28 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2932754-2932849-2932851-2941568--03021-2941614
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

28 Grundlinien einer jüdischen Symbolik H. vererben sollte^ Jaakob sehen wir, hilflos und arm, mit dem Wanderstabe in der Hand, als Flüchtling aus dem väterlichen Hause dem Knechtesdienst beim ränkevollen Oheim entgegen ziehen, — und er ut's doch, durch den zuerst der Gottes-Bund und die Verheißung, die bis jetzt nur )von Einzelnen getragen waren, einen Familien- Kreis zu ihren Trägern finden sollen, der den ersten Fortsatz der Entwickelung zu dem künftigen Volke bildet. Er Wandert hin, um sich die Gattin für diese Berufesgründung, diesen ersten Keim zum künftigen Familienbau, zu holen. Eine Verirrung aber liegt hinter seinem Rücken und läßt die Prüfungen ahnen, denen er sühnend und läuternd entgegenwandert — ״die Thräneu", heißt es im Thanchnma, ״die Esau um Jaakob vergießen durfte, die haben uns mit Brod des Weinens und mit dem vollen Kelch der Thränen gespeist" — ״Jaakob floh nach Aram's Gefilde und dienen mußte Jaakob um sein Weib und um sein Weib Hirte werden" — Er geht um ein Haus zu gründen — und sein erstes Nachtlager — ist ein Stein! Die Sonne geht ihm unter — er findet sich an dem Grenzort des verheißenen Bodens festgehalten — er nimmt von den Steinen des Ortes — rückt sie zum Kopflager zurechte — und schläft — an diesem Orte. — Da träumt ihm, er steht eine Leiter zur Erde gestellt und ihre Spitze gen Himmel reichend — er sieht Engel der göttlichen Gerechtigkeit aufsteigen und absteigen daran — und er sieht den barmherzigen Gott bei ihm stehend und dieser spricht: Ich bin 'ז־ der Gott deines Vaters Abraham und der Gott deines Vaters Ztzchak, 'den Boden auf dem du schläfst gebe ich dir und beinein Samen, wie Stcmb der Erde wird dein Same werden, du wirst dich nach Westen und Osten, nach Norden und Süden ausbreiten und alle Geschlechter der Erde werden durch dich und deinen Samen gesegnet werden. Siehe, ich bin mit dir und werde dich schützen in Allem, wo du gehest und werde dich zu diesem Lande zurückbringen; denn ich werde dich nicht verlassen bis ich vollführt, was ich dir verheißen habe. Jaakob erwacht von seinem Schlafe und spricht: also Gott ist an diesem Orte und ich' habe cs nicht gewußt! Und er suchtet sich und spricht: wie furchtbar ist dieser Ort! Nichts ist dies als ein Gotteshaus und dies die Pforte des Himmels! Und am Morgen steht Jaakob auf, nimmt den Stein, den

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.