Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1857)
- Article
- Schofar
- Date
- 1857-10-01
- Page
- 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Schofar. 15 der Abfall der Gefallenen ein jeder Leichtsinn der noch Treugebliedenen die heilige Gottcssache verräth. Welch ernste Mahnung an Jeden, innczuhalten und sich zu prüfen, wo er und sein Haus, wo er mit den Seinen stehe! Wo ist der Jüngling und die Jnngfrau, wo ist der Mann und das Weib in Israel, die je, wo sind sie, die vor Allem heule sprechen konnten, mich trifft die Theruah nicht, mir gilt die Thekiah nur, die mich aufmuntert förtzufahren auf dem Wege, den ich bis jetzt gegangen,- weiter zu folgen der Stimme, wie ich ihr bis jetzt gefolgt! Wo ist Der, der sich keines Augenblicks seines Lebens zu schämen, sich keiner Schwäche, keiner Verirrung, keiner Leidenschaftlichkeit anzuklagcn hätte, wo ist Der, den kein Reiz, kein Vorth eil, keine Rücksicht aus der angewiesenen Gottesbahn gerissen, der sich in keiner Beziehung von Gott mißfälligen Banden der Verhältniffe, der Gewohnheit, der Leidenschaft und der Sinnlichkeit gefesselt fühlte und den nicht die Theruah aufzurütteln hätte, sich aus dem Gott Mißfälligen los zu reißen und fortan treuer seine Treue zu bewähren? Wo ist Der, zu dem Gott sprechen könnte: ,עבדי אחה״ ישראל אשר בך אתפאר, Du bist mein Diener, bist ein Jude, dessen ich mich rühmen kann!" Aber vor Allem, wo ist der Ernst, die Entschiedenheit, die Stärke und der Muth, die frohe Zuversicht und die Hingebung, die eine Zeit wie die unsrtge von Jedem zu fordern hat, der noch sich Jude nennt und Gottes Diener sein will, ja, wo ist die Einsicht, die auch nur begriffe, welchen Ernst und Muth, welche Entschiedenheit und zuversichtliche Hingebung-diese Zeit von uns Allen fordert, die begriffe, wie wir Alle heute zum קירוש חשת berufen, Alle berufen sind mit unserm Leben einzustehen für Gottes heilige Sache, לצאת צבא בישראל uns um Gottes Hetltgthum in Israel zu schaarcn, es mit unserm ganzen Leben zu vertheidtgen und es siegreich für die Ueberlteserung an das kommende Geschlecht Zu retten. O, die Halbheit, die Unentschiedenheit, der Kletnmuth schlägt uns Alle nieder! Der Abfall hat uns geschreckt und uns die Zuversicht in Gott und seine Heilige Sache geraubt. Wir wähnen das Heiltgthum von seinen Feinden erobert, wähnen den Tempel in Flammen und auf den Zinnen des vermeintlich brennenden Daches reichen wir, wie die verzweifelnden Priester, Gott die Schlüssel hin und haben