Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1857)
- Article
- Schofar
- Date
- 1857-10-01
- Page
- 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2932754-2932849-2932851-2941567--03005-2941599- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Scho.fav.. 13 auf alle Wege, in alle Lebensfugen gesäet und jeden Schritt und jede Handlung zu einem Paradiesesbeet gefügt, aus den! die Freude sprießen soll, ולישרי לב שמחה — Und eben dieses Zauberwort haben sic verlernt, diesen Wunderstab verworfen, haben חורה ומי-יוח, die das Glück und die׳ Freude in jeden Augenblick des Daseins zu pflanzen wissen, als die Storerinncn der Freude, als die Verderberinncn des Glücks ans den! Leben verwiesen, haben ihre Lampe erloschen und ihren Tisch verwaisen lassen, haben ihre Altäre umgestürzt und ihr Feuer nicht angczündet, weihen ihnen nicht mehr jeden Pulsschlag des Herzens und jede Regung und jede Bewegung des Innern und äußern Lebens, haben von dem ganzen׳ großen Bau des Heiligthums kaum mehr, als das "״כיור־ , das Läuterungsbccken für Hand und Fuß, die Redlichkeit des Handelns und Wandelns — Int Gottesheiligthum nur eine Vorhofbedtngung zun! Heiligthum! — und von allen Mizwoth, die, zahlreich wie die Tage des Jahres und wie die Glieder des Menschen,, die ganze. Zeit und den ganzen Menschen beseligend umspannen, kaum mehr als die Eine ״Zedakah", als die zum menscheufreundlichen Mitleid herabgesunkene Mildthätigkeit gerettet — ja, sind so weit gekommen , daß, während den Juden das׳ Leben und die Freude mit Gott verbindet, sie fast nur »och vom Tode und׳ der Trauer zn Gott geführt werden — und da wollen wir uns wunder», daß das Leben arm geworden ist an der Zuversicht, die nur Gott.,, und der Freude,, die nur Mizwoth bereiten, wollen uns wundern, daß Dorn und Distel der Sorge und der Trauer, des Ueberdrusses und Unmuths die Auen des Lebens überwuchern und das arme Geschlecht nur mit künstlichen Blumen der Täuschung und des. augenblicklichen Wahns die Blöße seiner wirklichen Armuth zu decken sich bemüht? An dem selbstgedrehten Seil des selbstgeschaffenen Berufs keucht der Mann und das Weib, und kommen aus der Arbeit nicht heraus, und aus der Sorge nicht heraus, und sinden den Augenblick nicht, mehr, wo sie einander und ihren Ktndern angehvren, weil sie den Augenblick nicht finden, wo sie Gott angehoren. Sie haben den Zweck ihres Lebens und dauiit sich selder verloren.. Sie׳ haben den Zweck ihres Lebens und damit die Bedeutung׳ ihres Lebens und. die-Freude am Leben eingebüßt. Sie arbeiten und wiffen nicht wozu, sic sorgen und׳ wissen nicht wofür,