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Jeschurun · 1857-10-01 · Heft 1 (Oktober 1857) · p. 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 1 (Oktober 1857)
Article
Schofar
Date
1857-10-01
Page
9 (sequence 9)
Language
German
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Schofaw 9 tu ein seid, meinen Dienst im Hanse verwaltet, meine Weihe im Hause vollbringet, meine Sitte im Hanse pflegt, meines Lichts im Hause wartet, meinen Geist im Hanse wahrt. Das Hans ist euer und mit ihm alle Seligkeit und alle Freude, die dieser kleine, enge Raum umschließt, euer, wenn ihr das Haus mein sein lasset und ihr die Meinen seid. Dann geht der Geist nicht unter, bleibt wenigstens im jüdischen Kreise lebendig, der auch den Mann das Haus als die erste Bedingung seiner Lebensvollendung und seiner Lebensfreuden begrüßen läßt, der nicht in dem, was er hauslos und außer dem Hause erringt und genießet, sondern in dem, was er im Hause Hand in Hand mit seinem Weibe zu einem Gotteshetligthum umwandelt, ihn seinen Lebensberuf und seine Seligkeit aus Erden finden lehrt, der nur zu Mann und Weib zusammen spricht, sei Mensch, seid mein Ebenbild auf Erden, und den Haus- und weiblosen Mann als verkümmert betrauert. Sehet, das Alles geht euch verloren mit meiner Weihe, die von den Häusern weicht, und mit meinem Geiste, dem man euch cutfremdet! O, darum kommt, kommt, rettet euch, reißet euch los aus dem Wahne, mit dem mau eure Sinne gefangen hält, aus den Reizen, mit denen man euch lockt. Die Welt hält nicht Wort in dem, was sie verspricht die Kränze verblühen — der Glanz erlischt — der Liebreiz schwindet und nur ״das gottesfnrchtige Weib steht in ewig hell erleuchtendem Glanze da!" Darum reißet euch los, nicht von der Pflege eurer Anmuth, nicht von der Bildung eures Geistes, nicht von der .Kunstübung eurer Hände, nicht von der Veredlung eurer Empfindungen — aber von den Zwecken und Zielen, für die man euch dies Alles erstreben lehrt. Pfleget eure Anmuth, bildet euren Geist, übet eure Hände, veredelt eure Empfindungen, aber folget mit diesem Allen mit, leget das Alles auf den Weihaltar meines Wohlgefallens, windet ans diesem Allen den Kranz meiner Verherrlichung, rüstet, vollendet euch mit diesem Allen zu ״Säulen meines Heiligthums", einst diese Anmuth, diese Bildung, diese Kunst, diesen Adel der Empfindung an der Hand eines gleich eitel) mir zugewandten Gatten in dem Hciligthnm des Hauses und ocr Familie, als Gatlin und Mutter zum Aufbau eines stillhäusliehen Paradieses zu verwerthen, tu welchem noch heute ״meine Stimme wandelt" imb die verlorenen Seelen und Herzen der Menscheu ״sucht" — —-

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