Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 12 (September 1857)
- Article
- Aus Hannover
- Date
- 1857-09-01
- Page
- 648 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Cörrespondenz. 64a Liebe zu ein« jüdischen Jungfrau oder zu einem jüdischen Jünglinge als Beweggrund vorliege. Im Eifer die Neinerhaltung des Indenrhnms suchen sie vom Ücbrrtritt abzu schrecken, das Bild deS gedrückten, überall verfolgten Inden wurde dem גד vorgehalten; eine Schilderung der schweren Verantwortung, welche dieser Schritt nach sich zieht, der Pflichten, welche man dadurch übernimmt, wurde ihm entworfen; nicht aber leistete man durch Erleichterung Vorschub. Daß solches geschieht, ist Thatsachc; ich selbst habe gesehen, daß ein Mädchen, von einem orthodoxen Rabbiner abgcwicscn, an demselben Tage von einem nicht orthodoxen aufgcnommen wurde. Zu lange habe ich jedoch bei diesem unerquicklichen, wenig erfreuenden Gegenstände verweilt! — Von den Anmerkungen der Red. ist cS vorzüglich eine, die ich hier näher ins Auge fassen und vermittelst welcher ich versuchen will, die Schlüsse meines ersten Artikels zu rechtfertigen. Ich behauptete und behaupte, der Corrospondcnt hat durch den Satz: ״die Halacha, nach welcher die Chohauim noch jetzt eine Auönahmsstcllung cinnehmen, beruht auf einer Fiction" die Thora selbst angegriffen und will Gesetze und Vorschriften gestrichen und aufgehoben haben. Die Thora ist hier zwar mit keiner Sylbc berührt, wohl aber treffen sie die Folgerungen, die wir aus jenen Worte» zu ziehen berechtigt sind. Ich ״stimme vollkommen mit der Redaktion überein: ״der Eorresp. sagt nicht, daß die ausschließlichen Gesetze für die Chohanun, wie sic die Thora vorschrcibt, nicht zur Zeit des Tempels voll gegoken", das wäre zu vermessen und zu kühn, das wäre der Geschichte offenbar Hohn gesprochen; das hieße Wahrheiten, die noch Niemand bezweifelt hat, ableugnen und das geht wahrlich nicht so leicht, wie eine Halacha für Fiction erklären. Der Corrcsp. sagt nur, ״daß sie (die ausschließlichen Gesetze) jetzt nicht mehr zu gelten hätten, weil die Chohanim seit achtzehn Jahrhunderten ihren heiligen Beruf verloren haben und in alle llureinheitc» des weltlichen Lebens versunken sind." Mehr habe auch ich nicht hcrausgelcscn, vielleicht noch weniger, denn nach den Worten der Red. hätte ich sagen können: der Correspondent hat das Herz des Judenthumö getroffen, hat dem Judenthum eine seiner Hauptstützen entzogen, und ich würde dennoch nicht über das Ziel hinaus gcschossen und geschloffen haben« —