Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 12 (September 1857)
- Article
- Aus Hannover
- Date
- 1857-09-01
- Page
- 649 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Nus Hanno»». 649 Die Chohanim haben seit achtzehn Jahrhunderten ihren Berns verloren, welcher Art ist aber dieser Verlust? Jeder Jude empfindet und betrauert ihn als einen Thcil jenes großen Verlustes, den wir erlitten. Damals, als Eigenthum und Besitz, Tempel und Altar, Priester und Prophet genommen; damals, als Israel hinauögcstoßen wurde, um von nun an ein Fremdling unter den Völkern zu leben, fand es seinen Stab und seine Stütze in der Versicherung, die schon von jeher ergangen, das; dieser Zustand der Verbannung nicht ein cwiger sei, daß ihm einst das Verlorne würde zurückerstattet werden. Rückkehr in das gelobte Land, Wiedererrichtung des Thrones Davids, Wiedererbauung des Tempels, Wiedereinführung aller Institutionen der Thora, daher auch Wiedereinsetzung der Chohanim in ihren früher» Beruf sind keine Fiktionen, keine romantischen Schwärmereien, sondern Prophezeiungen, die in Erfüllung gehen, früh oder spät. Und so wie diese Wünsche in allen unfern Gebeten wiederhallen, so suchte man auch jede Erinnerung au jene entschwundenen Zeiten und jede Mahnung an jene schnlichst erwarteten Tage fcstzutzaltcn, und durch das Leben zu beweisen, daß mau noch Zions gedenkt und daß die Hoffnung wacht, den Tempel einst wieder in altem Glanze sirahlen zu sehen. AuS diesem Grunde blieb der Chohen selbst nach der Zerstörung in seiner früheren Würde und ließ man ihn alle religiösen Verrichtungen, die nicht vom Tempel und Lande abhängig waren, nach wie vor vollführen. Nur derjenige, der die Wiedererbauung des Tempels leugnet, kann die Aufhebung der Ansnahmsstcllung verlangen; und wer die Aufhebung verlangt, zeigt dadurch, daß er die Wiedererbauung des Tempels leugnet. Daß das Lcugneu eines solchen Grundsatzes den Standpunkt des Judenihums verändert, ist leicht ersichtlich und bedarf der weitern Ausführung nicht. — Es ist möglich, daß der Weser blühende Ufer zu schön und zu fesselnd sind, um je die Sehnsucht nach denen des Jordans erwachen zu lassen; ich aber und Tausende mit mir, wir werden täglich jene Wünsche in unser Gebet cinschlicßen und sehnsüchtig jenen Tagen entgegen harren. Zu den in Nro. 16 aufgezähltcn Geboten und Vorschriften der Thorah, die durch Aufhebung der Ausnahmöstcllung Wegfällen, erlaube ich mir, noch einige hinzuzufügcn. Wenn der Chohen nicht mehr Chohen ist, bei wem soll der בכור auögclvst werden? Das